„Was kann ich tun?“ (Er)
„Gib mir zu denken. Reich mir das Wasser. So was in der Art ...“ (Sie)
Er versteht‘s nicht. Nimmt‘s wörtlich. Aber nicht wörtlich genug.
Das Wasser, das er ihr bringt, schüttet sie ihm ins Gesicht.
Er prustet. Zuckt zurück. Springt sie an (aber nur mit seinem Blick).
Wie ein Tier, denkt sie. Aber nein, nicht einmal das.
„Nichts. Nichts kannst du tun.“ (Sie)
„Du bist mir ein Rätsel.“ (Er)
„Ich wünschte, du wärest mir ebenfalls eins.“ (Sie)
Das Tier (das er nicht ist) fällt in sich zusammen.
„Das bringt doch alles nichts.“ (Er)
„Weil du es nicht bringst.“ (Sie, so was von gemein)
Da bricht er endgültig aus. (was auch immer man sich darunter vorstellen mag)
Zum Glück wurde nichts von alledem gesagt, denkt sie. Zum Glück habe ich‘s nur aufgeschrieben.
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Freitag, 3. Juni 2016
Donnerstag, 26. November 2015
Einmal wohnten wir eine Ewigkeit lang ...
Einmal wohnten wir eine Ewigkeit lang zwischen den Laken, verließen sie nur hin und wieder für die nötigsten Verrichtungen. Der Sommer (Es war doch Sommer?) wehte durchs offene Fenster herein, nachts besuchten uns allerlei märchenhafte Wesen. Ich höre noch immer ihr zärtliches Raunen. Wir waren eingehüllt in Salz und Seide. Tag und Nacht wechselten sich ab, ohne dass die Zeit verging. Das tat sie erst wieder, nachdem wir in einen kleinen Streit geraten waren. Du wolltest unseren Rausch unterbrechen, um ... Ja, warum eigentlich? Ich weiß es nicht mehr. Ich sagte noch, tu‘s nicht, aber da tickte die Uhr bereits. Wir wachten auf aus etwas, das kein Schlaf gewesen war und auch kein Traum, wachten für immer daraus auf.
Ich erzähle dir das, weil du dich nicht mehr daran erinnern willst, weil du sagst, du seist in der Realität angekommen und wollest dort bleiben. Dein für immer schmerzt. Ich weiß nicht, irgendwie spüre ich noch den Nachtwind und die seidigen Laken, spüre auch deine Hand noch und wie sanft und fordernd sie war. Ganz anders als die Hand, die eben versehentlich meinen Arm streifte, als du an mir vorüber in dein Zimmer gingst.
Ich erzähle dir das, weil du dich nicht mehr daran erinnern willst, weil du sagst, du seist in der Realität angekommen und wollest dort bleiben. Dein für immer schmerzt. Ich weiß nicht, irgendwie spüre ich noch den Nachtwind und die seidigen Laken, spüre auch deine Hand noch und wie sanft und fordernd sie war. Ganz anders als die Hand, die eben versehentlich meinen Arm streifte, als du an mir vorüber in dein Zimmer gingst.
Freitag, 23. Januar 2015
genau in der Mitte (Bruchstücke)
Wir sitzen einander gegenüber, zwischen uns der alte Tisch. Auf den häufen wir alles, was wir haben: Bruchstücke
un/vollkommener Reichtum
Dann beginnt die Zusammenfügung.
Ob sie gelingt?
Alles bleibt unabgeschlossen.
Die Fragen unbeantwortet.
Während die Zeit fortschreitet.
Wir fließen
" fliehen
" fliegen
Sag: Wo wollen wir ankommen?
Und dort: Nehmen wir das nächste Schiff.
Hinaus.
Nehmen wir das nächste Schiff?
Hinaus?
Wie verloren wir sind in der Enge.
Wie geborgen in der Weite.
Nicht? Wahr?
Sieh: Wir müssen nur lernen, was wir längst tun: Leben.
Und Lieben, sagst du.
Ach: Fragst du?
Nein: Weißt du!
Es ist so schwer wie leicht.
Wir lachen. Solche Sätze mögen wir. Weil wir wissen: Unmöglich klingt im ersten Moment, was bei näherer Betrachtung: Wahrheiten enthält.
Wir warten.
Hier am Tisch, einander gegenüber, mit ausgestreckten Händen.
Warten auf das, was noch kommt. Was in uns aufsteigt, wenn wir geduldig sind.
Und während wir warten: gehen wir. In verschiedene Richtungen. Driften wir auseinander. Lassen wir los. Übergeben wir uns dem Strom. Kommen wir an. Du da, ich dort.
(für Eva. weil wir über den Tisch sprachen, gestern.)
un/vollkommener Reichtum
Dann beginnt die Zusammenfügung.
Ob sie gelingt?
Alles bleibt unabgeschlossen.
Die Fragen unbeantwortet.
Während die Zeit fortschreitet.
Wir fließen
" fliehen
" fliegen
Sag: Wo wollen wir ankommen?
Und dort: Nehmen wir das nächste Schiff.
Hinaus.
Nehmen wir das nächste Schiff?
Hinaus?
Wie verloren wir sind in der Enge.
Wie geborgen in der Weite.
Nicht? Wahr?
Sieh: Wir müssen nur lernen, was wir längst tun: Leben.
Und Lieben, sagst du.
Ach: Fragst du?
Nein: Weißt du!
Es ist so schwer wie leicht.
Wir lachen. Solche Sätze mögen wir. Weil wir wissen: Unmöglich klingt im ersten Moment, was bei näherer Betrachtung: Wahrheiten enthält.
Wir warten.
Hier am Tisch, einander gegenüber, mit ausgestreckten Händen.
Warten auf das, was noch kommt. Was in uns aufsteigt, wenn wir geduldig sind.
Und während wir warten: gehen wir. In verschiedene Richtungen. Driften wir auseinander. Lassen wir los. Übergeben wir uns dem Strom. Kommen wir an. Du da, ich dort.
Und steht der Tisch. Und steht. Und steht für immer. Und steht genau:
in der Mitte
*
(für Eva. weil wir über den Tisch sprachen, gestern.)
Sonntag, 4. Januar 2015
Näher am Ganzen
– Siehst du das auch?
– Du meinst den Silberstreif?
– Welchen Silberstreif?
– Den dort draußen am Horizont. Sieh doch!
– Hm ... Nein, den meine ich nicht.
– Was meinst du dann?
– Das schwarze Loch.
– Welches schwarze Loch?
– Das hier direkt unter uns. Sieh doch!
– Oh ... Es ist beides da.
– Aber das schwarze Loch ist tiefer.
– Und der Silberstreif ist heller.
– Aber ...
– Und ...
– Und?
– Ja, und.
– Ich verstehe nicht.
– Ich auch nicht.
– Das ist traurig.
– Und schön!
– Was soll daran schön sein?
– Dass wir zu zweit näher am Ganzen sind.
– Du meinst den Silberstreif?
– Welchen Silberstreif?
– Den dort draußen am Horizont. Sieh doch!
– Hm ... Nein, den meine ich nicht.
– Was meinst du dann?
– Das schwarze Loch.
– Welches schwarze Loch?
– Das hier direkt unter uns. Sieh doch!
– Oh ... Es ist beides da.
– Aber das schwarze Loch ist tiefer.
– Und der Silberstreif ist heller.
– Aber ...
– Und ...
– Und?
– Ja, und.
– Ich verstehe nicht.
– Ich auch nicht.
– Das ist traurig.
– Und schön!
– Was soll daran schön sein?
– Dass wir zu zweit näher am Ganzen sind.
Montag, 15. Dezember 2014
Les Optimistes
Wer am Abend an unserem Haus vorbeigeht
und einen Blick durchs Fenster wirft
und einen Blick durchs Fenster wirft
sieht die helle Lampe über unserem Tisch
sieht die Teller, die Gläser und den Brotkorb auf dem Tisch
sieht uns, wie wir einander gegenüber sitzen am Tisch
Wer einen tieferen Blick wagt
sieht die Teller, die Gläser und den Brotkorb auf dem Tisch
sieht uns, wie wir einander gegenüber sitzen am Tisch
Wer einen tieferen Blick wagt
sieht das Bild an der Wand hinter unserem Tisch:
farbenprächtige Schmetterlinge, die sich in bunte Segeljollen verwandeln
Comment Naissent les Bateaux – Les Optimists par Jean-Olivier Héron *
das haben wir in einem unserer Bretagneurlaube gekauft
aus einer Laune heraus
aus einer Laune heraus
und was waren wir optimistisch gelaunt damals
in diesen hellen Tagen am Meer
in diesen hellen Tagen am Meer
alles schien Sonne, alles schien erreichbarer Horizont
Wer am Abend an unserem Haus vorbeigeht
und einen Blick durchs Fenster wirft
sieht, wie wir stumm einander das Brot reichen über den Tisch
sieht nicht:
und einen Blick durchs Fenster wirft
sieht, wie wir stumm einander das Brot reichen über den Tisch
sieht nicht:
die zerbrochenen Flügel unterm Tisch
sieht nicht:
die zerborstenen Planken unterm Tisch
sieht nicht:
das gefrorene Meer unter unserem Tisch
Freitag, 5. Dezember 2014
Ungereimtheit
In diesem langen
fehlerhaften
Leben
ist es hin und wieder
so:
Da schmiegt ein Wort sich
wie gegossen
an ein andres
da fügt ein Blick sich
in den andern
lückenlos
da machen zwei aus
einer Ungereimtheit
ein Gedicht
07.12.2014, "Baustellen"eröffnung:
Nach einem Kommentar von Sonja denke ich darüber nach, das Wort "fehlerhaft" auszutauschen. Sie hat recht damit, dass es nicht wirklich passt. Wer will Lebensereignisse als Fehler bezeichnen? Das kann immer nur aus subjektiver Sicht geschehen. Und sind es wirklich Fehler? Wir scheitern, ja. Andere scheitern und es hat Auswirkungen auf unser Leben. Wir gehen keinen geraden, ebenen Weg. Aber alles gehört letztlich dazu, ist Teil des Ganzen, will angenommen, integriert sein. Aus Fehlern lernen wir, an Schicksalsschlägen wachsen wir (oder auch nicht). Es ist wie es ist. Es ist. Und es ist unvollkommen, bruchstückhaft, vorläufig, schmerzvoll, verlustträchtig ...
Es ist nur ein kleines Wörtchen, nur ein kleines Gedicht. (Ich verkneife mir an dieser Stelle die Relevanzfrage, mit der ich mich immer wieder beschäftige.)
Aber ein Aspekt, den ich an Sprache mag, ist, dass wir mit ihr sehr genau sein können. Und am genauesten ist sie meines Erachtens in ihrer poetischen Form. Wenn denn die Wortwahl stimmt.
Deshalb freue ich mich über Sonjas Anmerkung und suche noch ein wenig nach einem passenderen Ausdruck, bin auch dankbar für Vorschläge.
fehlerhaften
Leben
ist es hin und wieder
so:
Da schmiegt ein Wort sich
wie gegossen
an ein andres
da fügt ein Blick sich
in den andern
lückenlos
da machen zwei aus
einer Ungereimtheit
ein Gedicht
*
07.12.2014, "Baustellen"eröffnung:
Nach einem Kommentar von Sonja denke ich darüber nach, das Wort "fehlerhaft" auszutauschen. Sie hat recht damit, dass es nicht wirklich passt. Wer will Lebensereignisse als Fehler bezeichnen? Das kann immer nur aus subjektiver Sicht geschehen. Und sind es wirklich Fehler? Wir scheitern, ja. Andere scheitern und es hat Auswirkungen auf unser Leben. Wir gehen keinen geraden, ebenen Weg. Aber alles gehört letztlich dazu, ist Teil des Ganzen, will angenommen, integriert sein. Aus Fehlern lernen wir, an Schicksalsschlägen wachsen wir (oder auch nicht). Es ist wie es ist. Es ist. Und es ist unvollkommen, bruchstückhaft, vorläufig, schmerzvoll, verlustträchtig ...
Es ist nur ein kleines Wörtchen, nur ein kleines Gedicht. (Ich verkneife mir an dieser Stelle die Relevanzfrage, mit der ich mich immer wieder beschäftige.)
Aber ein Aspekt, den ich an Sprache mag, ist, dass wir mit ihr sehr genau sein können. Und am genauesten ist sie meines Erachtens in ihrer poetischen Form. Wenn denn die Wortwahl stimmt.
Deshalb freue ich mich über Sonjas Anmerkung und suche noch ein wenig nach einem passenderen Ausdruck, bin auch dankbar für Vorschläge.
Mittwoch, 22. Oktober 2014
in ihrem Traum
ein zum Platzen reifer Kuss liegt auf ihren Lippen. er pflückt ihn, beiläufig, achtlos. der Moment zerspratzt in metallischen Geschmack.
siehst du nicht, was du anrichtest?, möchte sie fragen.
da hat er bereits den letzten Milliliter Luft aus ihren Lungen herausgesaugt.
ihre Brust fällt ein. seine schwere Hand nistet in der Kuhle, leer, die Beute hat er selbst verzehrt, so ungeheuer gierig. das Kind, noch ungeboren, wird verhungern.
sie hält den Blick über ihren Tod hinaus, viel länger als er. das bringt ihn um den Verstand.
ich sehe!, möchte er rufen, eine letzte verzweifelte Intervention. zu spät. seine Zunge zerfällt zu Staub, der bedeckt ihren rosenblättrigen Mund.
wie gern würde er jetzt aufwachen. aber sie entlässt ihn einfach nicht aus ihrem Traum.
so stellt es sich dar. und das kann vieles bedeuten, wie sie und er und das ungeborene Kind und der Tod und das Publikum wissen.
und so nicken sie weise: die Klugen. die Abgeklärten. die so Sicheren. meint: die Bedauernswerten, Erbarmungswürdigen, Unterworfenen. allesamt.
so stellt es sich dar. und das kann vieles bedeuten, wie sie und er und das ungeborene Kind und der Tod und das Publikum wissen.
und so nicken sie weise: die Klugen. die Abgeklärten. die so Sicheren. meint: die Bedauernswerten, Erbarmungswürdigen, Unterworfenen. allesamt.
Montag, 13. Oktober 2014
auf Zeit
Du sagst: Schreib doch mal was, das Bestand haben könnte, wesentlich ist, Allgemeingültigkeit besitzt.
Ich lache.
Du sagst: Du nimmst mich nicht ernst. So wie du nichts richtig ernst nimmst.
Ich sage: Hör zu, wir haben Krieg.
Du sagst: Wir?
Ja, wir, sage ich, oder willst du den Rest der Welt ausklammern?
Nein, sagst du, natürlich nicht. Aber dass du immer gleich so grundsätzlich werden musst, so allgemein.
Tja, sage ich, genau das wolltest du doch.
?, sagst du.
Schau nicht so fragend, sage ich. Willst du wissen, was meiner Meinung nach das einzige Allgemeingültige ist und seit je war und auf immer sein wird?
Sag's mir, sagst du.
Die Vergänglichkeit, sage ich, deine, meine, unsere, die der ganzen Welt.
Ist doch klar, sagst du.
Genau, sage ich, denk mal drüber nach, und noch was, sage ich: Der Vergänglichkeit etwas entgegenzusetzen, indem man etwas Bleibendes schafft, ist lächerlich und kann niemals überprüfbar sein und deshalb, sage ich, will ich etwas schaffen, das die Vergänglichkeit genau abbildet.
So, sagst du.
Ja, sage ich. In den Sand will ich schreiben und in den Wind sprechen, verlöschen soll alles mit der Zeit, so wie auch wir verlöschen mit der Zeit, tröstlich-solidarische Werke auf Zeit will ich schaffen.
Ach, sagst du, das klingt so traurig.
Ich lache.
Schon wieder, sagst du, nichts nimmst du ernst.
Morgen, sage ich, schon morgen werde ich vielleicht nicht mehr sein, und meine Worte werden verwischen im Sand, sie werden verfliegen im Wind, ich werde nichts in Stein gemeißelt haben, aber ich werde Teil eines Prozesses gewesen sein, und ich werde etwas Inhärentes geschaffen haben.
Blödes Fremdwort, sagst du, und fängst deine Tränen in der Phiole auf, die du stets bei dir trägst.
Ich liebe dich, sage ich in den Wind.
Das sagst du jetzt, sagst du.
Ja, sage ich, jetzt sage ich das, und jetzt liebe ich dich, jetzt, eine andere Zeit haben wir nicht.
Ach, sagst du.
Wenn du willst, gebe ich's dir auch noch schriftlich, schreibe ich in den Sand.
Du schraubst die Phiole fest zu und versenkst sie in deiner Manteltasche. Du machst mich hilflos, sagst du.
Komm, lass uns noch eine Umarmung zu den Worten in den Wind stellen, sage ich.
Ich lache.
Du sagst: Du nimmst mich nicht ernst. So wie du nichts richtig ernst nimmst.
Ich sage: Hör zu, wir haben Krieg.
Du sagst: Wir?
Ja, wir, sage ich, oder willst du den Rest der Welt ausklammern?
Nein, sagst du, natürlich nicht. Aber dass du immer gleich so grundsätzlich werden musst, so allgemein.
Tja, sage ich, genau das wolltest du doch.
?, sagst du.
Schau nicht so fragend, sage ich. Willst du wissen, was meiner Meinung nach das einzige Allgemeingültige ist und seit je war und auf immer sein wird?
Sag's mir, sagst du.
Die Vergänglichkeit, sage ich, deine, meine, unsere, die der ganzen Welt.
Ist doch klar, sagst du.
Genau, sage ich, denk mal drüber nach, und noch was, sage ich: Der Vergänglichkeit etwas entgegenzusetzen, indem man etwas Bleibendes schafft, ist lächerlich und kann niemals überprüfbar sein und deshalb, sage ich, will ich etwas schaffen, das die Vergänglichkeit genau abbildet.
So, sagst du.
Ja, sage ich. In den Sand will ich schreiben und in den Wind sprechen, verlöschen soll alles mit der Zeit, so wie auch wir verlöschen mit der Zeit, tröstlich-solidarische Werke auf Zeit will ich schaffen.
Ach, sagst du, das klingt so traurig.
Ich lache.
Schon wieder, sagst du, nichts nimmst du ernst.
Morgen, sage ich, schon morgen werde ich vielleicht nicht mehr sein, und meine Worte werden verwischen im Sand, sie werden verfliegen im Wind, ich werde nichts in Stein gemeißelt haben, aber ich werde Teil eines Prozesses gewesen sein, und ich werde etwas Inhärentes geschaffen haben.
Blödes Fremdwort, sagst du, und fängst deine Tränen in der Phiole auf, die du stets bei dir trägst.
Ich liebe dich, sage ich in den Wind.
Das sagst du jetzt, sagst du.
Ja, sage ich, jetzt sage ich das, und jetzt liebe ich dich, jetzt, eine andere Zeit haben wir nicht.
Ach, sagst du.
Wenn du willst, gebe ich's dir auch noch schriftlich, schreibe ich in den Sand.
Du schraubst die Phiole fest zu und versenkst sie in deiner Manteltasche. Du machst mich hilflos, sagst du.
Komm, lass uns noch eine Umarmung zu den Worten in den Wind stellen, sage ich.
Sonntag, 27. Juli 2014
Missverständnisse
"Ich liebe dich so wie du bist", hatte er zu ihr gesagt.
Seitdem wagte sie keine neuen Facetten mehr zu zeigen.
Da hielt er sie irgendwann für tot.
Seitdem wagte sie keine neuen Facetten mehr zu zeigen.
Da hielt er sie irgendwann für tot.
Donnerstag, 29. Mai 2014
Pure Alchemie
...
Wie sie ihr Haar ins Abendlicht wirft.
Geschenk einer vertrauten Bewegung.
Sein Blick folgt dem Schwung aus Silber, Zwilling des fernen Horizonts.
Ihre letzte gemeinsame Fahrt steht bevor.
Was sie zurückgelassen haben: die abgewetzten Klingen.
Was sie im Begriff sind zu vergessen: das Blut in den Schuhen.
Was sie zurückgelassen haben: die abgewetzten Klingen.
Was sie im Begriff sind zu vergessen: das Blut in den Schuhen.
Sie haben die Segel gesetzt und warten auf ablandigen Wind.
Der wird ihre Müdigkeit wegblasen, hinaus in den großen Schlaf.
Wie sanft sich das Wasserlaken kräuselt.
Der wird ihre Müdigkeit wegblasen, hinaus in den großen Schlaf.
Wie sanft sich das Wasserlaken kräuselt.
Gleich wird es von der Hand der Gezeiten zurückgeschlagen.
Dann greift er noch einmal in ihr Haar.
Dann sucht sie noch einmal seinen Blick.
Der Rest ist pure Alchemie.
...
(Vielleicht ist es nie so. Dann wäre genau das meine Motivation.)
Montag, 20. Mai 2013
Überaus zarte Funken
Sie trug ihr schönstes Kleid und war auch sonst zufälligerweise in bester Verfassung an dem Tag, als sie sich trafen. Nicht verabredet trafen, sondern vielmehr über den Weg liefen und irgendwie nicht aneinander vorbeikamen. Nicht wegen räumlicher Enge, sondern weil sich etwas verhakt hatte. Etwas von ihr mit etwas von ihm. Da standen sie nun und wussten erstmal nicht weiter. Vor Verlegenheit und Erstaunen. Und weil sie beide nicht zu den Schnellen gehörten, die immer gleich wussten, was wie zu lösen war. Ihre Verhakung war jedenfalls nicht so leicht zu lösen. Nicht für sie beide, die sie zu den Langsameren gehörten.
Jemand stellte ihnen Tisch und Stühle hin, ein anderer brachte Tee und Gebäck, später sorgte einer für Lampenschein. Da hatten sie bereits die ersten Worte gewechselt. Sie hielt nun seinen Namen in der Hand, hatte ihm im Gegenzug den ihren gereicht. Dass man sie beobachtete, schien sie nicht weiter zu stören. Sie drehten und wendeten die ihnen anvertrauten fremden Namen in den Händen. Keins stand dem anderen in Sanftheit und Achtsamkeit nach.
Als die Musik zu spielen begann, forderte er sie zum Tanz auf. Oder sie ihn? So klar wusste es hinterher niemand mehr zu sagen. Vielleicht hatten sie sich einfach in stummem Einverständnis zugleich von ihren Stühlen erhoben, waren aufeinander zu und in einen Tanz hinein geglitten. Sie tanzten die ganze Nacht hindurch, und was weiter geschah, kann niemand bezeugen, da sich die Menge, an schleunigere Entwicklungen gewöhnt, inzwischen zerstreut hatte.
Später, viel später begegneten sie sich wieder. Und wieder waren sie nicht verabredet, sondern liefen sich zufällig über den Weg und kamen nicht aneinander vorbei. Sie trug ein gewöhnliches Kleid und war auch sonst in nur mäßiger Verfassung. Er runzelte die Brauen, sie wurde es gewahr und strich sich mit einer linkischen Bewegung das Haar aus der Stirn, er lächelte schief, sie verhaspelte sich beim Versuch, seinen Namen zu nennen.
Niemand stellte ihnen Tisch und Stühle hin, keiner brachte Tee und Gebäck. Es dämmerte. Die Nacht brach herein. Sie standen immer noch beieinander und verstanden nicht. Jedenfalls nicht so schnell, wie sie es diesmal gewünscht hätten.
Dennoch gaben sie nicht auf, und als sich die Dunkelheit vollends um sie gesenkt hatte, überließen sie alles weitere ihren Fingerspitzen. Sie tasteten die ganze Nacht hindurch, und was weiter geschah, kann niemand bezeugen, da sich die Menge schon viele Stunden zuvor zerstreut hatte, verwöhnt durch Spektakuläres, das dieses Paar hier so ganz und gar nicht zu bieten hatte.
Und so nahm auch niemand außer den beiden die überaus zarten Funken wahr, die nach und nach ihren Fingerspitzen entsprangen.
Jemand stellte ihnen Tisch und Stühle hin, ein anderer brachte Tee und Gebäck, später sorgte einer für Lampenschein. Da hatten sie bereits die ersten Worte gewechselt. Sie hielt nun seinen Namen in der Hand, hatte ihm im Gegenzug den ihren gereicht. Dass man sie beobachtete, schien sie nicht weiter zu stören. Sie drehten und wendeten die ihnen anvertrauten fremden Namen in den Händen. Keins stand dem anderen in Sanftheit und Achtsamkeit nach.
Als die Musik zu spielen begann, forderte er sie zum Tanz auf. Oder sie ihn? So klar wusste es hinterher niemand mehr zu sagen. Vielleicht hatten sie sich einfach in stummem Einverständnis zugleich von ihren Stühlen erhoben, waren aufeinander zu und in einen Tanz hinein geglitten. Sie tanzten die ganze Nacht hindurch, und was weiter geschah, kann niemand bezeugen, da sich die Menge, an schleunigere Entwicklungen gewöhnt, inzwischen zerstreut hatte.
Später, viel später begegneten sie sich wieder. Und wieder waren sie nicht verabredet, sondern liefen sich zufällig über den Weg und kamen nicht aneinander vorbei. Sie trug ein gewöhnliches Kleid und war auch sonst in nur mäßiger Verfassung. Er runzelte die Brauen, sie wurde es gewahr und strich sich mit einer linkischen Bewegung das Haar aus der Stirn, er lächelte schief, sie verhaspelte sich beim Versuch, seinen Namen zu nennen.
Niemand stellte ihnen Tisch und Stühle hin, keiner brachte Tee und Gebäck. Es dämmerte. Die Nacht brach herein. Sie standen immer noch beieinander und verstanden nicht. Jedenfalls nicht so schnell, wie sie es diesmal gewünscht hätten.
Dennoch gaben sie nicht auf, und als sich die Dunkelheit vollends um sie gesenkt hatte, überließen sie alles weitere ihren Fingerspitzen. Sie tasteten die ganze Nacht hindurch, und was weiter geschah, kann niemand bezeugen, da sich die Menge schon viele Stunden zuvor zerstreut hatte, verwöhnt durch Spektakuläres, das dieses Paar hier so ganz und gar nicht zu bieten hatte.
Und so nahm auch niemand außer den beiden die überaus zarten Funken wahr, die nach und nach ihren Fingerspitzen entsprangen.
Montag, 18. März 2013
Nur. Wir. Zwei.
Brauchen. Nur. Uns.
Schließen wir alle anderen aus. Raus mit der Welt. Hier drinnen nur wir zwei.
Für immer: Ich. Dich. Und du. Mich.
So dachten wir damals.
Und sagten es. Laut. Bis wir es glaubten.
Schrieben es auf. Tausendfach. Bis wir es glaubten.
Bis. Unsere Seelen. Es glaubten.
Nur. Wir. Zwei.
Bis wir einander ertappten. Bei den Vorhängen. Wie wir sie zur Seite schoben. Wie wir hinausspähten. Zu den anderen. Denen im Freien. Im Hellen.
Wir da in unserer dunklen Vertrautheit.
Hautheit. Einheit. Zuzweitheit. Ent-.
Wir.
Wussten nichts mehr von Türen. (Türen?)
Hinter denen wir verblassten.
Vor denen Licht leckte.
Schließen wir alle anderen aus. Raus mit der Welt. Hier drinnen nur wir zwei.
Für immer: Ich. Dich. Und du. Mich.
So dachten wir damals.
Und sagten es. Laut. Bis wir es glaubten.
Schrieben es auf. Tausendfach. Bis wir es glaubten.
Bis. Unsere Seelen. Es glaubten.
Nur. Wir. Zwei.
Bis wir einander ertappten. Bei den Vorhängen. Wie wir sie zur Seite schoben. Wie wir hinausspähten. Zu den anderen. Denen im Freien. Im Hellen.
Wir da in unserer dunklen Vertrautheit.
Hautheit. Einheit. Zuzweitheit. Ent-.
Wir.
Wussten nichts mehr von Türen. (Türen?)
Hinter denen wir verblassten.
Vor denen Licht leckte.
(Nils Frahm: Sol)
Mittwoch, 19. September 2012
Wie es gehen kann
Was sie einander wünschen, ritzen sie in die Unterseiten der Tischplatten, schreiben sie auf den Asphalt, kurz bevor der Regen eintritt, flüstern sie in den Wind.
Sie gehen auf Nummer sicher, verbergen den eigenen Schmerz und winken, als sei es ein Spiel.
Dabei meinten sie es vollkommen ernst, liebten und verletzten sich gleichermaßen.
Nun küssen sie sich zum Abschied und streuen einander Scherben in die Schuhe. Das Blut des anderen sich selbst zum Gruß.
Dabei meinten sie es vollkommen ernst, liebten und verletzten sich gleichermaßen.
Nun küssen sie sich zum Abschied und streuen einander Scherben in die Schuhe. Das Blut des anderen sich selbst zum Gruß.
Sie sind unfähig zu bleiben, und glaubten doch aufrichtig, ausschließlich dafür gemacht zu sein. Sie stellen keine Fragen mehr, denn alle bisherigen Antworten entpuppten sich am Ende als Irrtümer.
Um das Band auf immer zu lösen, schlagen sie entgegengesetzte Richtungen ein und werfen erst bei Einbruch der Dunkelheit einen Blick zurück. Dann rennen sie mit ihren Tränen davon.
Um das Band auf immer zu lösen, schlagen sie entgegengesetzte Richtungen ein und werfen erst bei Einbruch der Dunkelheit einen Blick zurück. Dann rennen sie mit ihren Tränen davon.
Sie bleiben einander schuldig und wissen nicht einmal, was, blind für weitere Möglichkeiten.
So kann es gehen. Wer wollte ihnen einen Vorwurf machen.
So kann es gehen. Wer wollte ihnen einen Vorwurf machen.
Freitag, 29. Juni 2012
So what?
Sie sprach mit ihm gerne verblümt, weil er sie dann so liebevoll zerpflückte. Umgekehrt dasselbe.
Ach, und sie konnten ja gar nicht anders!
Wie sehr hätten sie sich gegen ihre Natur stellen müssen, wären sie immer klar und gemessen gewesen. Diese Fesselung hatten sie sich erspart. Und auch die Bereinigung. Viel Unaufgeräumtes türmte sich um sie herum, Berge, unfassbar bunt, und aus jeder Ritzte sprießten vorwitzige Halme.
So ließ sich leben, dachten sie, und sprachen weiter in Bildern, die auf Rahmungen pfiffen. Ein Puzzle mit ungezähmten Teilen. Kein Ende in Sicht.
So what? Liberty rocks!
Ach, und sie konnten ja gar nicht anders!
Wie sehr hätten sie sich gegen ihre Natur stellen müssen, wären sie immer klar und gemessen gewesen. Diese Fesselung hatten sie sich erspart. Und auch die Bereinigung. Viel Unaufgeräumtes türmte sich um sie herum, Berge, unfassbar bunt, und aus jeder Ritzte sprießten vorwitzige Halme.
So ließ sich leben, dachten sie, und sprachen weiter in Bildern, die auf Rahmungen pfiffen. Ein Puzzle mit ungezähmten Teilen. Kein Ende in Sicht.
So what? Liberty rocks!
Freitag, 22. Juni 2012
Erdung
Sie hatten sich im Licht der langen Tage verfangen, waren in Hitze geraten und gruben sich, um zu entkommen, ein Lager ins kühlere Erdreich. Sie umsteckten es mit verblühenden Rosen, ihnen so ähnlich. Am Rand stellten sie ein Becken auf, um darin den flüssigen Mond zu sammeln, für ein Bad am Morgen.
Sie waren Sommer, von ihren Gliedern tropfte purpurner Saft, zwischen ihren Zehen wucherte Gras, von den Zungen rieselte Salz. Sie waren übersatt, geschmirgelt vom Sand, verwaschen von Sonne und Wind, ihre Sinne loderten und lechzten nach Dunkelheit.
Tief unten in ihrem Bett erzitterten sie zwischen Würmern und moderndem Laub, erhielten sie die erhoffte Ahnung von Schnee. Der Abkühlung entsprangen klarere Bilder und Schmerzlinderung. Aus der Restwärme ihrer Körper bereiteten sie sich ein gemeinsames Mahl.
Es war ihr erstes Leben, noch konnten sie nichts aus Erfahrung tun, aber ihre Köpfe machten Notizen für alle folgenden Reisen. Wege kamen auf sie zu.
Sie waren Sommer, von ihren Gliedern tropfte purpurner Saft, zwischen ihren Zehen wucherte Gras, von den Zungen rieselte Salz. Sie waren übersatt, geschmirgelt vom Sand, verwaschen von Sonne und Wind, ihre Sinne loderten und lechzten nach Dunkelheit.
Tief unten in ihrem Bett erzitterten sie zwischen Würmern und moderndem Laub, erhielten sie die erhoffte Ahnung von Schnee. Der Abkühlung entsprangen klarere Bilder und Schmerzlinderung. Aus der Restwärme ihrer Körper bereiteten sie sich ein gemeinsames Mahl.
Es war ihr erstes Leben, noch konnten sie nichts aus Erfahrung tun, aber ihre Köpfe machten Notizen für alle folgenden Reisen. Wege kamen auf sie zu.
Donnerstag, 7. Juni 2012
Hinter den Häuten
Er fand ihre Haut zu dünn. "Wie ein
Mohnblütenblatt." Sie
verzieh ihm, denn er konnte nicht wissen, dass diese Haut bereits ein
Fortschritt war gegenüber der offenen Wunde darunter.
Im
Gegenzug fand sie seine zu Haut zu dick. "Wie
die eines Gürteltiers." Er verzieh ihr, denn sie konnte nicht
wissen, mit welchen Waffen er seit jeher gepiesackt worden war.
Hatten
sie nun Glück? Da war doch beiderseitiges Verzeihen.
Hin
und wieder probierten sie es mit Erklärungen. Und reagierten mit Abwinken. Und
lächelten schief.
Versuchten
sich an Definitionen von dünn, dick, Liebe und Glück.
Scheiterten
an der Unterart des Verzeihens, die zu Genickstarre beim Empfangenden
führt.
Wo
lag denn nun der Fehler? Übten sie nicht Nachsicht und Gnade vor Recht und
Großzügigkeit, sie alle beide.
Sie
besaßen getrennte Spiegel, manchmal warfen sie verstohlene Blicke in den des
jeweils anderen. Da blitzten beängstigende Möglichkeiten auf. Ganz und gar
fremde, an denen verschluckten sich ihre Augen. Danach schliefen sie unruhig, gepeinigt
von der Furcht, am Morgen in vertauschten Häuten zu erwachen.
Fragte
sie jemand "Liebt Ihr
Euch?", antworteten sie "Natürlich,
Du Dich nicht?", zwinkerten sich zu und lachten verschmitzt, ließen
ein verdutztes Gegenüber zurück und bewahrten Fassung bis hinter ihre hastig
verschlossene Tür. Erst vor ihren getrennten Spiegeln weinten sie.
Sie
ahnten, dass es nicht ums Verzeihen ging und auch nicht ums Definieren. Aber
sie sahen nicht.
Und
sie schauten nicht hin.
Und irgendwie versperrten ihre Häute den Weg.
Und irgendwie versperrten ihre Häute den Weg.
Freitag, 18. Mai 2012
Sicher
Sie saßen einander gegenüber. Auf dem Tisch
ein Laib Brot, ein Apfel, Wasser und Wein. Der eine hatte dem anderen die Füße
gewaschen, der andere dem einen die Wunden versorgt. Sie teilten und übten
Verzicht. (Worüber sie
schmunzeln mussten, denn in Wahrheit wussten sie sich reich.)
Sie ahnten, worum es ging: Vertrauen und
Schutz. Der Machtwunsch hing am Haken hinter der Tür.
Sie aßen. Sie tranken. Sie legten Worte auf
den Tisch - einen Abzählreim, ein Gedicht, einen Psalm - und fügten sie zu
einem einzigen Bild. Sie zeugten und gebaren neue Gedanken. Ohne Zögern durchtrennten
sie die Nabelschnur. Aus den Wunden wuchsen Flügel.
Sie reichten einander die Hände und tauchten
in die Wärme eines wissenden Blicks. (Ach was, insgeheim hüpfte ihr Zwerchfell vor kicherndem Glück.)
Sie waren in Sicherheit, gewappnet mit dem Frieden des gemeinsamen Mahls.
Sie waren in Sicherheit, gewappnet mit dem Frieden des gemeinsamen Mahls.
Derweil bäumte sich draußen die Institution,
fuchtelten die Wächter der Lehre mit dem Schwert, schnappten die Selbsternannten nach
Luft.
Samstag, 26. November 2011
Vertraut
Wie vertraut sie sich sind. Er singt im Duett mit dem Küchenradio. Sie zieht den Bauch nicht mehr ein. Vorm Fenster halten Vögel inne, mitten im Flug. Blätter winken, bevor sie sich niederlassen. Wolken formieren sich zu Ratefiguren. Die Sonne hält sich zurück. Seht, wie sehr sie wohnen!
Aufgerissener Asphalt und Nagetiere, eingetrocknetes Blut, Erde unter den Fingernägeln, Dornen im Haar und Verwüstung im Blick; Überreste eines Sommers, den sie gerne übersprungen hätten.
Sie öffnet das Fenster, scheucht mit den Krähen die Erinnerung fort. Er legt das Messer zur Seite und nimmt ihre Hand. Gemeinsam wissen sie um etwas Dunkles. Sie schließen die Augen und legen die Münder aufeinander. Aus ihren Lungen steigt Licht.
Aufgerissener Asphalt und Nagetiere, eingetrocknetes Blut, Erde unter den Fingernägeln, Dornen im Haar und Verwüstung im Blick; Überreste eines Sommers, den sie gerne übersprungen hätten.
Sie öffnet das Fenster, scheucht mit den Krähen die Erinnerung fort. Er legt das Messer zur Seite und nimmt ihre Hand. Gemeinsam wissen sie um etwas Dunkles. Sie schließen die Augen und legen die Münder aufeinander. Aus ihren Lungen steigt Licht.
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