... Tage, an denen ich mich vergesse ... Tage, an denen ich ganz bei mir bin ... Tage, an denen ich mit den Vögeln spreche ... Tage, an denen meine Gedanken Flügel haben
... Tage allein mit mir ... Tage mit Freunden ... Tage mit dir
... Tage, an denen ich ein Gedicht schreiben kann ... Tage, an denen ich tanze ... Tage, an denen ich nichts vermisse ... Tage, an denen ich weine bis ich genug geweint habe
... Tage am Meer
... Tage am Meer
... Tage am Meer
*
Just a perfect day
Drink sangria in the park And then later, when it gets dark We go home
Just a perfect day Feed animals in the zoo Then later a movie, too And then home
Oh, it's such a perfect day I'm glad I spent it with you Oh, such a perfect day You just keep me hanging on You just keep me hanging on
Just a perfect day Problems all left alone Weekenders on our own It's such fun
Just a perfect day You made me forget myself I thought I was someone else Someone good
Oh, it's such a perfect day I'm glad I spent it with you Oh, such a perfect day You just keep me hanging on You just keep me hanging on
You're going to reap just what you sow You're going to reap just what you sow You're going to reap just what you sow You're going to reap just what you sow
*
Es mag so aussehen, als hätten mein kleiner Text und der Liedtext inhaltlich nichts gemeinsam, vom Titel einmal abgesehen. Aber das stimmt nicht. Für mich geht es um das Gefühl. Um das, was einen Tag zu einem perfekten Tag macht. Es sind häufig die scheinbar kleinen Dingen, für mich oft auch solche wie die besungenen. Aber eben auch und vor allem die von mir beschriebenen.
Time flies. Allerdings verfliegt sie kaum spürbar an diesem Sonntag ohne Verpflichtungen, bei einem ausgedehnten Frühstück mit Blick hinaus in eine frühherbstliche Regenlandschaft und der Gewissheit, dass der Tag reichlich Raum bietet für die (gemütlichen!) Vorhaben. Erstmal ein altes Mixtape rauskramen, das mir vor ich glaube fünfzehn Jahren eine Kollegin schenkte, den Anlass weiß ich nicht mehr. Vaya Con Dios: „Time Flies“ läuft irgendwann und hüllt mich in eine längst abgestreifte Haut, sodass ich minutenlang wieder eine bin, die ich mal war, wieder genau weiß und spüre, wie es, wie ich war. Damals. Time flies. Dann kommt der nächste Song und die Haut ist wieder verschwunden, hinterlässt nur einen winzigen unsichtbaren Abdruck und den Wunsch, diesen Moment festzuhalten. Was ich hiermit getan habe.
Ich erinnere mich an Liverpool vor gut zwei Jahren. Im Cavern Club trat eine Beatles Cover Band auf. Alle sangen lauthals mit. Wir alle. Ein bunt gemischtes Wir. Tranken Bier und Cider. Waren ausgelassen. Ein Liverpooler spendierte mir einen Strawberry Cider. Wir unterhielten uns, so gut es eben ging im Lärm der aufgedrehten Boxen und der „All you need is love“ schmetternden Menge. Wir sprachen uns direkt ins Ohr, um etwas zu verstehen, rückten dicht zusammen, er legte seinen Arm um meine Taille. Wohlige Nähe. Menschliche Nähe. Verbundenheit durch Musik und Rausch und Lust. Alles in Maßen. Friedlich. Frei. Kein Gedanke an Nationalität, EU, politische Anschauungen. „Imagine there‘s no countries ...“ Ob das heute anders wäre? Ich glaube nicht. Ich hoffe nicht. Ich werd‘s ausprobieren. Baldmöglichst. Wieder einmal mit Menschen verschiedenster Nationalität Beatles Songs singen. Laut und ausgelassen. Strawberry Cider trinken. Einen Briten umarmen. „All you need is love“ glauben. Wenigstens einen Abend, eine Nacht lang.
Du. Ich. Die anderen. Die vielen. Das Viele. All das. Das alles. Du. Ich. Und wir. All inclusive. Auch die Ruhe. Auch der Sturm. Einatmen. Ausatmen. All das. Zeit. Und Raum. Tag. Und Nacht. Frühling. Sommer. Herbst. Und
Zwei Mädchen sind verschwunden, die eine wird schon bald gefunden, ermordet, der Täter ist schnell gefasst, die Akte wird daraufhin geschlossen. Nur Frank Decker glaubt nicht an ein Ende des Falls und ermittelt auf eigene Faust weiter, ganz das Klischee des guten Detectives und des harten Typs mit dem weichen Kern, ein Mann nicht nur auf der Suche nach einem verschwundenen Kind, sondern auch nach sich selbst. Man(n) kennt das. Trotzdem: Die Geschichte ist in sich glaubwürdig, gut aufgebaut und vor allem so fesselnd geschrieben, dass ich den Alltag um mich herum komplett vergaß. Das ist Entspannung pur, dafür lese ich Krimis. Kleines Aber: Winslows bei Suhrkamp verlegte Krimis sind besser, komplexer, nicht wegen Suhrkamp, sondern umgekehrt, vermutlich; außerdem gibt es in Missing. New York patriotische Anklänge (Irakkrieg gut, Todesstrafe gut), weshalb ich ihn stellenweise mit ambivalenten Gefühlen gelesen habe.
Der Mann kann schreiben. Und zwar mit einer solchen Leichtigkeit, dass das Lesen der reinste Genuss ist. Schon mit dem Vorgängerroman Der Trafikant ging es mir so, hier nun wieder, wenn auch die Geschichte eine ganz andere und der Erzählstil diesmal karger, damit dem Sujet absolut angemessen ist. Worum geht‘s: Um nicht mehr und nicht weniger als das ganze Leben eines einfachen Mannes, eines Einzelgängers in einem österreichischen Bergdorf, der im Laufe seines Lebens und in Anpassung an die politischen, gesellschaftlichen, technischen Veränderungen als Hilfsknecht, Seilbahnbauer, Soldat, Touristenführer arbeitet, eine einzige kurze große Liebe erlebt und am Ende, auf die anderen Dorfbewohner leicht verschroben wirkend, in selbstgesuchter Einsamkeit stirbt. Gut 130 Seiten angefüllt mit Beschreibungen von archaischer Schönheit, taktvoller Charakterzeichnung und Würdigung eines Lebens in Schlichtheit und Selbstbescheidung, ohne Beschönigung oder Glorifizierung, beispielhaft für vermutlich viele Leben, die nunmal so und nicht anders verlaufen sind. Laline Paull: Die Bienen
Aus den Klappentexten der gebundenen Fassung und des Taschenbuchs: „Ihr Name ist Flora. Ihre Nummer 717. Sie ist ziemlich groß. Ihr Pelz ist struppig. Andere finden sie hässlich. Doch sie ist klug und mutig. Und sie muss sich gegen die Regeln des Bienenstocks behaupten, denn Flora 717 ist eine Biene. Genauer: eine Säuberungsbiene aus der untersten Kaste im Bienenkorb. Ausgestattet mit Fähigkeiten, die ihren Rang weit überschreiten, steigt sie schnell auf und darf sogar an der Seite der Königin leben. Alles scheint perfekt. Doch ohne es zu wollen, gebiert Flora eines Tages ein Ei. Ein Umstand, der allein der Königin vorbehalten ist und bei Missachtung schwer bestraft wird. Es beginnt ein Wettlauf um Zeit, Nahrung und Geschicklichkeit, um ihr Leben und das ihres geliebten Kindes zu bewahren. Laline Paull inszeniert gekonnt einen Roman über Aufstieg, Liebe und Gerechtigkeit.“
Dieses Buch ist ein Märchen für Erwachsene, es ist Abenteuerroman und düstere Fabel um das Leben in einem totalitären Staat, allerdings mit gutem Ausgang und einer extrem originellen Heldin. „Ein hinreißendes Debüt“ meinte Denis Scheck und ich meine das auch.
alle vier Staffeln als Neuverfilmung der dänischen Serie Kommissarin Lund – Das Verbrechen produziert, aber in vielem abweichend und eigenständig, weshalb man die beiden nicht miteinander vergleichen muss, sie stehen jeweils für sich und ich habe die eine im letztem Jahr und die andere in den ersten zwei Wochen des neuen Jahres mit Begeisterung und fast suchtmäßig geschaut (Ach, und wie sich mein romantisches Herz über den Schluss der vierten Staffel von The Killing gefreut hat! Ich will hier aber nicht spoilern, falls jemand mitliest, der die Serie noch später als ich entdeckt.) Bin jetzt in Linden & Holder verliebt.
Season 1-3 Trailer
Season 4 Trailer
geschrieben: wenig Es gibt ein paar Dinge in meinem Privatleben, die mich momentan sehr einnehmen. Und es gibt die Reaktionen von verschiedenen Seiten, teilweise ideologiebesetzt, auf die Silvesternacht in Köln, die mich allesamt ebenso fassungslos machen wie die Ereignisse selbst. Und die mich entgegen meiner sonstigen Art im Netz verstummen ließen. Aus Feigheit? Aus dem Gefühl, mit meiner Sicht, meinen Gedanken allein dazustehen? Aus der kleinlichen Sorge, mich vielleicht unbeliebt zu machen? Natürlich ist es nie leicht, zwischen all den laut und selbstbewusst Auftretenden und sich immer gleich in Aktionsbündnissen Zusammenschließenden als Einzelne eine abweichende Meinung zu vertreten, eine, die sich irgendwie nirgendwo einordnen lässt. Ich brauche Bedenkzeit, Einkehrzeit, andere einzelne Stimmen (die es zum Glück gibt! s.u.), den Austausch mit ihnen ... Ich habe mich also bisher darauf beschränkt, wenn überhaupt, dann „um den heißen Brei“ herum zu schreiben und tue das auch hier wieder. Gefällt mir zwar nicht, geht aber einfach (noch) nicht anders. Zwischendurch überlegte ich, über andere Dinge zu schreiben, aber das war mir nicht möglich, zu sehr bin ich innerlich von dem einen Thema besetzt. Lediglich das Dilemma Dinge, die mir auf der Seele brennen vs. selbstverordnete Sprachlosigkeit konnte ich ansatzweise formulieren. So der derzeitige Stand. Immerhin reichte es für einen Wochenrückblick. Eine im letzten Jahr erwachte und nach wenigen Monaten schon wieder eingeschlafene neue Tradition in meinem Blog. Vielleicht lässt sie sich wachküssen.
gedacht: 1. Freiheit ist eine Menschenpflicht. 2. #Hashtags machen Wörter kaputt. (Ich wünsche uns allen, dass ausnahmslos jeder Aufschrei frei von Vereinnahmung durch ideologisch begründete #Hashtag Aktionen und Bündnisse gehört wird. Und ich wünsche den Wörtern, dass sie ideologisch unbesetzt bleiben. Ja. nennt mich ruhig naiv.) 3. Das Sprachlos ist wahrlich kein leichtes. gefreut: über einzelne Stimmen der Vernunft zwischen den sich gegenseitig übertönenden Gruppen von dumpfem gewaltbereitem Pack, pöbelnden Rassist*innen und ideologiegeschwängerten Besserwisser*innen und Welterklärer*innen getrauert: um David Bowie und Alan Rickman, zwei Wunderbare Where are you now? Im Netz gibt's so viele Nachrufe, Videos, Zitate, Links ..., dem muss ich nichts mehr hinzufügen gehört: klar, David Bowie klar, Bob Dylan, The Cutting Edge 1965-1966, mein Weihnachtsgeschenk (und gedacht, bitte stirb du jetzt nicht auch noch) und, in Dauerschleife, nachdem The Killing endgültig zu Ende war: den Schlusssong der letzten Folge der letzten Staffel (das Video mit Filmsequenzen zeige ich hier natürlich nicht, aus Spoilergründen :-))
Ich war/bin weit weg, innerlich („Ich äußere mich nicht nur, ich innere mich auch“), fahre heute zudem in meine internetfreie Zone (Elsass, you know) und komme erst im neugeborenen Jahr 2016 zurück. Es gab hier diesmal keinen Jahresrückblick. Vielleicht bringe ich demnächst einen Ausblick zustande. Vielleicht aber auch nicht. Vorsätze? Keine außer diesem: immer weiter zu gehen, in Bewegung zu bleiben ... Ich könnte mich jetzt festschreiben, aber die Tasche ist gepackt, das Auto getankt. Los geht‘s! Ich wünsche Euch das Beste. Von Herzen. À bientôt! Ach und nun trotzdem noch, weil es irgendwie Tradition ist:
Sonja kommentierte unter meinem gestrigen Post, ihr erster Gedanke beim Lesen sei der an John und Yoko gewesen. Ja! Darauf war ich gar nicht gekommen. Ein Bed-in! John Lennons „Give Peace a Chance“ entstand während seines und Yoko Onos zweiten Bed-ins, diesmal im Queen Elizabeth Hotel in Montreal, das vom 26. Mai bis zum 2. Juni 1969 dauerte. „Die Begründung für ihre Aktion war, dass Demonstrationen die Öffentlichkeit zunehmend gleichgültig ließen und man die Menschen über ein Bed-In auf anderem Wege auf Probleme aufmerksam machen könne. Mit ihrer Botschaft "Sex für den Frieden" wollten Lennon und Ono humorvoll für Frieden werben. Ihr Statement sollte nicht so ernst wirken wie das von Martin Luther King oder Gandhi. Die traurige Ironie bei ihrer Entscheidung bestand jedoch darin, dass sie meinten, nur ernste Friedensaktivisten wie King und Gandhi würden erschossen.“ Der Song bezieht sich an vielen Stellen auf die Besucher während dieser Zeit, auch auf Menschen, die die beiden gerne als Besucher gehabt hätten, und auf Themen, die besprochen wurden. (Quelle: Songlexikon der Unis Freiburg und Düsseldorf)
Everybody's talking about Bagism, Shagism, Dragism, Madism Ragism, Tagism, this-ism, that-ism Ism ism ism
All we are saying is give peace a chance All we are saying is give peace a chance
Everybody's talkin' 'bout ministers, sinisters Banisters and canisters, bishops and fishops Rabbis and pop eyes, bye bye, bye byes
All we are saying, is give peace a chance All we are saying, is give peace a chance
Let me tell you now Everybody's talking about, revolution Evolution, masturbation, flagellation Regulation, integrations, meditations United Nations, congratulations
All we are saying is give peace a chance All we are saying is give peace a chance
Everybody's talking about, John and Yoko Timmy Leary, Rosemary, Tommy smothers Bobby Dylan, Tommy Cooper, Derek Taylor Norman Mailer, Alan Ginsberg, Hare Krishna, Hare Hare Krishna
All we are saying is give peace a chance All we are saying is give peace a chance All we are saying is give peace a chance All we are saying is give peace a chance All we are saying is give peace a chance...
John Lennon wurde erschossen. Von Frieden sind wir weit entfernt. Waren die Bed-ins also umsonst? Was ist mit anderen Pazifisten wie Gandhi und Martin Luther King, waren ihre Aktionen umsonst oder vergeblich, weil sie erschossen wurden?
Ist Frieden das Ziel oder der Weg? Ist er die Haltung, mit der wir den Weg beschreiten?
Welche Antwort kann es beispielsweise auf eine Erschütterung des Vertrauens geben, auf gewalttätige Angriffe von innen wie von außen, die zuerst Gefühle des Ausgeliefertseins und der Ohnmacht hervorrufen, im Anschluss Wut und den Wunsch nach Rache, später und etwas heruntergekühlt dann das Ziel, (wieder) „Herr der Lage“ zu werden (was bedeutet das eigentlich?). Die Bundeswehr steht nach ihren Engagements im Kosovo und in Afghanistan vor dem dritten Kampfeinsatz in ihrer Geschichte. Gestern wurde bekanntgegeben, dass Aufklärungsflugzeuge vom Typ Tornado zur Unterstützung Frankreichs bei den Luftschlägen gegen die Terrormiliz IS geschickt werden sollen. (Quelle: tagesschau.de) Ist Gewalt die einzige Option? In den Tagen nach den Anschlägen in Paris wurde auch wieder Jens Stoltenberg zitiert, der norwegische Ministerpräsident, der in seiner Rede beim Trauergottesdienst für die Opfer der Breivik-Attentate unter anderem folgende Sätze sagte, die zugleich die Essenz seiner Rede darstellen:
"Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit."
Wie lässt sich eine solche Antwort voller Überzeugung formulieren und dann auch leben? Ich möchte nicht aufhören, darüber nachzudenken.
***
Was Jens Stoltenberg sagte, erinnert mich auch an einen Song von Oasis:„Don‘Look Back in Anger“. Darin beziehen sie sich unter anderem auf die Bed-ins von John Lennon und Yoko Ono, und zwar mit folgendem Satz, der angeblich ein Zitat Lennons während eines Bed-ins darstellt:
„I'm gonna start a revolution from my bed / 'Cause you said the brains I had went to my head "
Ich mag dieses Lied, man kann es – wie „Give Peace a Chance“ – wunderbar laut und friedlich mitsingen, deshalb:
PS: Ich glaube wirklich, dass es kichert unterm Verfall.
(Ach, und Alice? Bist du noch dort? Musste grade an dich denken. Werde dich ebenfalls wiederholen, eines schönen Tages, und dich weitererzählen, versprochen. Gruß an Mario. Habt‘s schön warm. )
Wiederholungen/Wiederholungen gegen die unausweichliche Unwiederbringlichkeit.
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Shadow rises ... And everything goes back to the beginning.
Never said it was good, never said it was near, Muted whisper of the things you feel.
ein wunderbar vielschichtiges Frühlingsgedicht bei einem, der nur ab und zu Gedichte schreibt und dessen Blog deshalb treffenderweise Abundzugedichte heißt (Es lohnt sich, ab und zu bei ihm reinzuschauen!):
Gefreut:
über zwei Bücher: 1. den soeben erschienenen neuen Roman von Siri Hustvedt (endlich! Ja, ich bin absoluter Fan dieser klugen Frau und Schriftstellerin):
Er knüpft an ihren weltberühmten ersten und über Jahrzehnte einzigen Roman „Wer die Nachtigall stört“ („To Kill A Mockingbird“) an.
Wie habe ich dieses Buch geliebt; mit fünfzehn zum ersten Mal gelesen, seitdem mindestens sechsmal wiedergelesen, verliebt in alle Figuren, in die Geschichte; es gehört zu den wenigen Büchern, die mich, mein Denken, meine Weltsicht nachhaltig beeinflusst haben und käme deshalb mit auf die einsame Insel.
Und nun eine Fortsetzung!, ein Wiedersehen!, was für ein unerwartetes Glück!
„Eine inzwischen erwachsene Jean Louise Finch, „Scout“, kehrt zurück nach Maycomb und sieht sich in der kleinen Stadt in Alabama, die sie so geprägt hat, mit gesellschaftspolitischen Problemen konfrontiert, die nicht zuletzt auch ihr Verhältnis zu ihrem Vater Atticus infrage stellen.“ (Zitat DVA)
Ich bin so gespannt.
Gehört: Nils Frahm rauf und runter, der hat sowas Beruhigendes, Kontemplatives, das kann ich gerade gut gebrauchen
Geteilt: und zwar absolut, Salman Rushdies Meinung zur oben genannten Aktion seiner Schrifstellerkollegen und -kolleginnen:
“This is a clear cut issue,” [...] “The Charlie Hebdo artists were executed in cold blood for drawing satirical cartoons, which is an entirely legitimate activity. It is quite right that PEN should honour their sacrifice and condemn their murder without these disgusting ‘buts’."
(zitiert aus Scroll.in, 27.April 2015, hier der ganze Artikel)
Damit bleibe ich bei meiner Meinung, Charlie Hebdo betreffend, wie ich sie hier bereits im Januar geäußert habe.
*
Gedacht:
(und als Loses Blatt bereits hier veröffentlich):
Die Gedanken sind frei, das Denken ist es theoretisch auch.
Gebucht: (*) ganz spontan und kurz entschlossen: ein kleines Ferienhäuschen in der Bretagne, genauer an der Côte de Granit Rose; eine Woche Wandern und Luftholen; Wind und Meer und Felsenküste und hoffentlich ein wenig Sonne
Geschrieben: Plöhzinn gegen den Irrsinn; was nichts zur Rettung der Welt beiträgt, mir aber Luft verschafft.
Gehört: Rio Reiser: „Der Traum ist aus (aber ich werde alles geben, dass er Wirklichkeit wird)“
(„Das Merkwürdige an diesem Lied ist, dass das nicht älter wird." Zitat Rio Reiser) Gefunden: Schönes, dennoch; Grund; eine zarte Möglichkeit; ein Stückchen Blau ...
Was war zuerst da, Erleben oder Text? Fragst du das im Ernst? Das ist keine Frage, sondern ein Statement. Aber du beendest den Satz mit einem Fragezeichen. Das gehört zum Statement. Versteh ich nicht. Das ist der übliche Vorgang. Wie meinst du das? Du verstehst es nicht, weil du zu schnell überzeugt warst, es verstanden zu haben. Aber ... Nicht jede einmal geschlossene Tür lässt sich so leicht wieder öffnen. Du mit deinen Metaphern. Du mit deinem trägen Kopf. Hey, hey, hey, nun mach aber mal halblang! Okay: Nicht einmal Tür sich leicht öffnen. Besser so? Du nimmst mich nicht ernst. Ich nehme dich beim Wort. Wie komm ich hier je wieder raus? Das nenn ich mal ein Statement! Bravo, du kannst es also auch. ... ... ...
der Rest des Gespräches geht unter im Drehgeräusch der Erde
derweil sprießen Blümchen
singen Vögel
ertrinken Menschen
werden Bücher gedruckt
hoffen zu Unrecht Inhaftierte
nimmt das Grün überhand mich an der Hand
sind die Gedanken freifreifreifreifreifffreiffffrrrrrrrreifff
Die US-amerikanische Folkmusikerin Joan Baez und der chinesische Künstler Ai Weiwei - beides weltbekannte Aktivisten - werden mit dem Ambassador of Conscience Award 2015 ausgezeichnet. Mit dem Preis würdigt Amnesty Aktivisten und Künstler, die sich durch ein herausragendes, langjähriges Engagement für die Menschenrechte auszeichnen. Auf der feierlichen Preisverleihung am 21. Mai 2015 in Berlin wird unter anderem die Sängerin Patti Smith sprechen. Der irische Musiker und Oscar-Gewinner Glen Hansard (The Frames, The Swell Season) und die britische Blues-Sängerin Jo Harman werden den Abend musikalisch unterstützen. Karten sind ab sofort im Vorverkauf erhältlich. „Joan Baez und Ai Weiwei sind eine Inspiration für tausende Menschenrechtsaktivisten, in Amerika, Asien und darüber hinaus." - Salil Shetty, Internationaler Generalsekretär von Amnesty International.
Ich habe mal an irgendeiner Stelle gesagt, dass ich in meinem nächsten Leben am liebsten eine Romanfigur von Elizabeth Strout wäre. Hiermit füge ich hinzu, dass ich mich bei Anne Tyler genauso gut aufgehoben fühlen würde. Sie selbst bezeichnet ihre Familienromane als "Milch und Kekse"; für mich sind sie großartige Abbildungen ganz gewöhnlicher Menschen in ganz gewöhnlichen Beziehungsgeflechten, liebevoll, klug und psychologisch genau gezeichnet, erhellend und wärmend zugleich. Ich verschlinge jedes einzelne ihrer Bücher, so auch ihr jüngstes, in dem sie – zum wiederholten Male und trotzdem neu – die Geschichte "einer mehr oder weniger glücklichen Familie über mehrere Generationen" (NDR)erzählt.
Es gab schon einige Serien, die mich wirklich begeistert haben. Erst in der vorigen Woche habe ich mich nach der letzten Folge schweren Herzens von den Protagonisten von "Borgen" verabschiedet. Diese Woche dann "True Detektive", und ich muss sagen, es ist die erste Serie seit "Twin Peaks", die einen vergleichbar unwiderstehlich-schauerlichen Zauber auf mich ausübt wie Lynchs Kultserie. Das verdankt sich dem perfekten Zusammenspiel von atmosphärisch starken Bildern, ungewöhnlichen Dialogen und Exkursen, die sich in einer Bandbreite zwischen abweisend-wortkarg und düster-philosophisch-ausschweifend bewegen, einem wunderbaren, der morbiden Stimmung angepassten Soundtrack:
Desweiteren natürlich der ganzen verwickelten, leicht surrealen, auf drei Zeitebenen erzählten Geschichte um die Aufklärung einer ritualartigen Mordserie. Und last but not least den wirklich grandiosen Hauptdarstellern Matthew McConaughey und Woody Harrelson. Die beiden sind echt ein Traumpaar. Applaus! Ich bin gespannt auf die zweite Staffel der Serie, die mit einer komplett neuen Story und neuem Cast daherkommen wird. Vorerst aber: Fünf ✰✰✰✰✰ für "True Detective I".
***
und weiter mit dem Wochenrückblick: Gedacht: Irgendwas blüht (dir) immer. Gemieden: Twitter, in den Tagen nach dem Absturz der Germanwings-Maschine am 24.3., weil ich die Kommentar- und Replyflut nach solchen Ereignissen nicht ertrage.
"ein Modellprojekt deutsch- und englischsprachiger Autoren, das die sich durch die Digitalisierung eröffnenden Chancen für die Wahrnehmung und Verbreitung anspruchsvoller Literatur weiterzuentwickeln sucht. Dies geschieht auf mehreren Ebenen:"
(in Stichworten; hierim Detail nachzulesen) – alle Titel kostenlos – alle Titel simultan deutsch/englisch – Aufbau eines internationalen Autorennetzwerks – Vertiefung der Debatte über das Uberheberrecht – Entwicklung eines neuen, die Konzentration fördernden digitalen Leseformats
Dies könnte im weitesten Sinne eine Übung in Freiheit und Unabhängigkeit sein. Grund genug für mich, dieses Projekt gespannt zu verfolgen. Darauf gestoßen bin ich über einen Beitrag im Literaturcafé.
Gepriesen sei das Netz. Halleluja.
Gefreut: über Astrid, die seit dem 13. Januar wöchentlich einen ausführlichen Artikel über Raif Badawi schreibt und darin die neuesten Infos mit eigenen Gedanken zum Thema verknüpft. Sie hat sich vorgenommen,"erst dann auf[zu]hören, über diesen mutigen Blogger zu posten, wenn seine Strafe ausgesetzt ist." Es ist enorm wichtig, dranzubleiben, auch bzw. erst recht dann, wenn das Medieninteresse langsam nachlässt und sich verlagert. Daher an dieser Stelle noch ein Link zu einem Appell von Raif Badawis Frau Ensaf Haidar. Gearbeitet: Viel. Und deshalb bis auf einen Amnestyaufruf und meinen Rückblick nichts gebloggt in dieser Woche. So what? Time works.
Was man so:
oder so:
oder anders interpretieren kann. ***
Ich wünsche all meinen Leser_innen einen guten Start in die neue Woche. Und vergesst nicht, von Zeit zu Zeit einen Blick/einen Fuß aus dem Fenster/vor die Tür zu werfen/zu setzen. Weil nämlich:
Denkt dran: Der Frühling beginnt in diesem Jahr mit einer Sonnenfinsternis.
*
Und sonst so?
Spielen. Ich habe die Lust daran nie verloren. Habe mir nur immer weniger Zeit dafür genommen. Alles so ernst und wichtig. Ist gar nicht ironisch gemeint, denn es stimmt ja. Trotzdem oder gerade deshalb: Spielen. Egal ob Brettspiele, Kartenspiele, Rollenspiele, Wort- und Sprachspiele, Spiele wie Frisbee, Kicker, Billard, Gedankenspiele ... Ich liebe das. Entdecke es gerade wieder. Mal bisschen rumprobieren ...
Natürlich will ich euch in dem Zusammenhang mein neuestes ʃpi:ltsɔyk nicht vorenthalten. :-)