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Montag, 23. Januar 2017

Wochenrückblick 16. - 22. Januar 2017

Gefeiert

meinen Geburtstag (nachträglich, weil ich beim ursprünglichen Termin im Dezember ein Rendezvous mit einem Noro-Virus hatte)
ein Mädelsgeburtstagskaffeekränzchen, wir waren zu elft (drei hatten abgesagt) und passten in dieser Anzahl hervorragend in meine schnuckelige kleine Wohnung
Schön war‘s, die Zeit für den Wochenrückblick fehlte mir dann, das Schreiben hätte mich abgehalten vom Nachfühlen und Nachsinnen, so viele tolle Frauen, die ich meine Freundinnen nennen darf – und das sind ja nur die aus meiner unmittelbaren Umgebung, die anderen weit übers Land verstreuten noch gar nicht mitgerechnet
Irgendwie passte das dann auch nach dieser unsäglichen Inaugurationsgeschichte. Unser kleines bescheidenes fried- und freudvolles Women‘s Sit-in, parallel zum Women‘s March und im Geiste vereint mit denen, die sich in Washington und vielen anderen Städten durch die Straßen bewegten, solidarisch und stark
Das Erleben von Solidarität, auch im kleinsten Kreis, lässt mich hoffen. Diese Solidarität ist real, sie ist ein Faktum. 
Definiere Faktum: 
„etwas, was tatsächlich, nachweisbar vorhanden, geschehen ist; [unumgängliche] Tatsache“ (aus: Duden online)
Man könnte auch sagen alternativlos, nicht wahr?


Jedenfalls fehlte mir dann gestern die Zeit, um hier zu notieren, was ich gelesen, geschaut, gehört etc. habe. Macht ja nichts. Demnächst wieder.

Dienstag, 31. Mai 2016

Freundinnen

"Wie du das alles bewältigst." Sie staunt über meine Tatkraft.

"Ach, ich weiß nicht. Es bleibt trotzdem so vieles liegen", wiegele ich ab. 
Das ist keine falsche Bescheidenheit meinerseits, ich sehe es wirklich so. Mag sein, dass ich zu hohe Erwartungen an mich habe. Aber es ist nun einmal Fakt, dass die Welt noch nicht gerettet ist.

"Hey!" Sie streicht mir über den Arm. "Du musst die Welt nicht im Alleingang retten."
Sie kann meine Gedanken lesen, konnte es schon immer. Sie durchschaut mich, das nervt manchmal.

Wir sind Freundinnen, ein eingespieltes Team. Eingefahren. Festgefahren, denke ich in Augenblicken wie diesem, aber das ist irgendwie gemein. Oder?
Wir kennen uns gut, das hat etwas Beruhigendes. Und es engt uns ein. Abweichendes Verhalten bewerten wir gerne als nicht authentisch. Aber liegen wir damit richtig? 
Wieviel Entwicklung trauen und gestehen wir einander noch zu? Wieviel Überraschendes sind wir noch bereit anzunehmen, mit offenen Armen?

Manchmal wünschte ich, wir lernten uns gerade erst kennen und machten uns ganz neu miteinander vertraut. Ob wir dann freier wären, offener im Nehmen und im Geben? Ob wir uns sympathisch wären und mehr voneinander erfahren wollten?
Vielleicht entschieden wir uns heute dafür, entfernte Bekannte oder gar Fremde zu bleiben.

"Worüber grübelst du denn jetzt schon wieder nach, hm?" Sie zwickt mich in die Wange und wuschelt mir durchs Haar.

Soll ich’s ihr sagen?
Soll ich sagen, dass ich wünschte, wir kennten uns nicht, um unserer Freundschaft eine neue Chance zu geben? Auch auf die Gefahr hin, dass ...

"Bitte, sag’s nicht", flüstert sie, hält die Luft an und nimmt meine Hand, umschließt sie so fest, dass ich weiß: Sie wird mich nicht mehr loslassen.

Auf immer, denke ich, jede so oder so zu deutende Betonung vermeidend, und erleichtert atmet sie aus.