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Freitag, 6. November 2015

Wo bin ich im Eigenen (ohne Punkt und Komma)

wo bin ich im Eigenen und gibt es das überhaupt frage ich angesichts des überalligen Fallens wie es nunmal üblich ist in dieser Jahreszeit die ich dennoch nie als trostlose bezeichnen würde habe sie früher gefeiert schrieb ich bereits Macht der Wiederholung nur nichts vergessen Rufer in der Wüste der Erinnerung Hier! Hier! wie weiter wie weiter wie weiter wie weiter écriture automatique en Dialoge üblicherweise die mir nicht bereits seit längerem folgen wird das verwirren was meint sie bloß egal darf man nachträglich Ausrufezeichen entfernen? und Frage Zeichen auch? und die Majuskeln oder sind solche Inkonsequenzen und Mischungen und Wertungen okay ganz okay nicht schlimm ja was denn nun ich finds chaotisch grade aber nur so gehts so muss das so wird das ordnet sich selbst von selbst schreibt sich in eine Ordnung hinein in eine echte Ordnung was wäre eine unechte Fragezeichen wer soll das lesen entziffern verstehen deuten wer soll sowas mögen aber darum gehts doch nicht aber warum schreibe ich dann öffentlich weil nur so auf der Bühne ist es echt ist das Lampenfieber da das die nötige Temperatur bringt nur so denke ich laut mir selbst in die Ohren und nicht immer stumm im kreis nur so gehts und lese ich nun doch mal über meinen Text und erschrecke stelle fest écrituere automatique ist ein ding der Unmöglichkeit wenn die autokorrektur sich einmischt Wörter verbessert wie sie will nicht lässt was ich an eingeschlichenen Rechtschreibfehlern drin habe und vor allem nicht die kleinschreibung lässt sondern eigenmächtig Großbuchstaben einfügt ha schon wieder es ist zum verzweifeln wie soll man da noch vernünftig scheitern wenn immer einer im Hintergrund nachbessert wie frage ich wie

Sonntag, 4. Oktober 2015

Herbstfragment (ohne Punkt und Komma)

gehst dann zwei Monate zurück barfuß durchs Gras der Himmel so nackt und heiß du kennst ihn nicht mehr den du vermisst war ja schon damals mehr Traum als was ist denn wirklich unterbrichst du dich mitten im Satz dann der Bach kühl trotz der Hitze die runden Kiesel die huschenden Fischlein du stehst still und alles um dich her fließt und weht dein Gesicht altert sekündlich in etwas Vergangenes hinein das schließlich weiß aber da ist es zu spät du drückst die Rewindtaste denkst an Nam June Paik und seinen Satz there is no rewind button for life jetzt weißt du‘s merkst es dir für das was noch kommt steckst die Erinnerung tief in die Tasche und blickst auf den Asphaltmeter vor dir das Gras war gestern der heiße Himmel auch und auch der Bach die Kiesel die Fischlein jetzt ist raschelndes Laub unter deinen Schritten ist ein kühler Wind und ein erdiger Duft früher hast du den Herbstanfang gefeiert weißt du noch mit Kuchen und einem Blumenstrauß von der Freundin die wusste weiß noch heute trinkst du noch abends um sechs einen Milchkaffee aber koffeinfrei im Freien wie lange das wohl noch geht im Freien aber das kommt ja alles erst jetzt da sich der Herbst nähert deiner denkst du je weiter fortgeschritten der Tag das Jahr dein Leben desto mehr im Freien und der Wind im Haar und die Sonne das bisschen Regen alles deins da draußen und in dir drinnen sowieso fügst du in Klammern hinzu nimmst die Klammern wieder weg und gehst du allein durch die Stadt den Park den Wald fürchtest dich nicht lächelst und hebst den Kopf hältst ihn die ganze Zeit den ganzen langen Weg gehoben ins Licht und ins Angesicht derer die da auch unterwegs hältst dich überhaupt gut und immer besser jetzt da der Herbst so nah und du weißt der gehört dir dir allein ist ja deiner du der Garten den du gestaltest den du lässt in dem du lebst noch und langsam vorwärts weil rückwärts geht ja nicht siehe oben und hinauf ja hinauf gehts für dich fühlst du spürst du obwohl alles fällt um dich her hältst die Hand hin und fängst die Welt auf die fallende fängst sie auf lässt los und frei und so schreibst du ohne Punkt und Komma und begründest es nicht vor dir nicht und vor niemandem weil

Donnerstag, 6. August 2015

was bleibt (ohne Punkt und Komma)

ich dachte schon du meintest mich als du dich noch einmal umsahst aber nein du prüftest deinen Schatten den du hinter dir herzogst wie eine Schleppe prüftest die Kontur richtetest dich auf rücktest den Hut gerade als stündest du vor einem Spiegel so tief blicktest du in den Asphalt und als dir endlich gefiel was du sahst hobst du den Blick der mich im Abwenden deines Gesichts kurz streifte und an deinem Innehalten erkannte ich dass du mich bemerkt hattest und deinem Rücken sah ich an dass du einen Sekundenbruchteil  lang versucht warst dich erneut umzudrehen diesmal nicht um deinen Schattens zu prüfen sondern um meinetwillen aber du tatest es nicht sondern strebtest vorwärts der Straße zu die du zügig überquertest und auf deren anderer Seite du in dem Menschenstrom untertauchtest der gerade aus dem dortigen Bürohaus zum Feierabend eilte und so vergaß ich dich bis ich heute erneut die Stelle passierte an der du dich zu deinem Schatten umgedreht hattest und siehe da ich fand ein Zipfelchen desselben an der einen Seite ausgefranst dort wo er abgerissen war und ich erinnerte mich dass ich als du innehieltest einen Schritt vorwärts machte hoffnungsvoll auf dich zu dabei musste ich auf deinen Schatten getreten sein so dass er als du davoneiltest riss und das Stück auf dem mein Fuß stand zurückblieb und als ich mich nun bückte um es genauer zu betrachten erkannte ich den blassen Abdruck meines Schuhs darauf wie ein Stempel haftet dieser Beweis unserer letzten Begegnung auf dem Asphalt anscheinend wetterfest und resistent gegenüber jeglichen Einflüssen und ich fragte mich wie genau wohl etwas sein kann das lediglich ein Schatten ist mit einer Trittspur darauf ein Schatten eines Ereignisse das von so geringem zeitlichen Ausmaß und zugleich von so immenser Bedeutung für unser weiteres Leben war denn das war es doch möchte ich glauben oder nicht wie sonst ließe sich Bedeutung definieren als über das bleibende Zeugnis der Verbindung von zwei so flüchtigen Dingen wie einem Schatten und einem Fußabdruck