Dienstag, 6. Januar 2015

Meine Hand schließt sich um ein ...

Du hast deine Krone abgesetzt. Für mich. 

Wir lagen im Feld, die Stoppeln durchstachen unsere Rückenhaut. Wir würden blühen, eines Tages. Ahntest du etwas? Hattest du deshalb ...?

Teil zu sein eines ewigen Kreislaufs. Machte uns das klein? Oder groß?

Damals stellten wir kindliche Fragen. Später schämten wir uns dafür. Noch später übten wir Nachsicht mit uns. Irgendwann würden wir uns die damalige Weltsicht zurückwünschen. 

Vorerst hast du: deine Krone abgesetzt. Für mich.

Wollen wir tanzen? Meine Lust, dich aufzufordern.
Ich habe etwas gefunden. Willst du es sehen?
Meine Hand schließt sich um ein ... G e h e i m n i s

Wir tanzen längst, sagst du. 
Ja, das tun wir. Und du, du hast deine Krone abgesetzt. 
Darf ich noch etwas anfügen? Ja, darf ich? Also gut: Diese Krone: Du hattest kein Recht, sie zu tragen. Weißt, wusstest du das?

Du bleibst stumm. Natürlich, das bliebe ich wohl auch. Aber deswegen gleich verzeihen? Ach komm, ein wenig Herausforderung!

Wir tanzen seit je, sage ich. Und du, du hättest deine Krone längst absetzen müssen. Es war gerade noch rechtzeitig. Weißt du? Es war ganz schön knapp. Fast wären wir ... wärest du ... wäre ich ...

Wir würden blühen, eines Tages, so ging mein Traum, oder besser: das stumme Versprechen darin.
Und fast wäre die Möglichkeit, dass es wahr werden könnte, eines Tages – fast wäre schon die bloße Andeutung einer Möglichkeit zu einem Stäubchen im Wind geworden. Und das einzig wegen einer zu Unrecht getragenen Krone. Auch das spricht mein Traum.

[So zweifellos zu trauen, so sicher zu folgen dem aus der eigenen Tiefe Heraufsteigenden. Ja.]

Du hast deine Krone abgesetzt. Warum?
Ist das wichtig?, fragst du.
Ja, sage ich, gänzlich unreflektiert. Es ist mir wichtig. Das von dir hören zu wollen, das ganz genau wissen zu wollen nehme ich mir raus.

[Wie ich mir viel öfter was rausnehmen sollte aus der Schatzkiste mit den Selbsterlaubnissen.]

Öffnest du deine Hand für mich?, fragst du.
Du forderst mich ganz schön heraus.

Kommentare:

  1. Antworten
    1. Puh, die hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm, jedenfalls nicht bewusst. Ein ganz und gar nicht abwegiger Gedanke, auf den du mich da bringst. Den lasse ich mal wirken.

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