Mittwoch, 10. Dezember 2014

weitermachen

die Neigung, etwas zu beenden, weil es – scheinbar – zu keinem Ergebnis führt


das Paradoxon darin erkennen

und: weitermachen


*


An verschiedenen Stellen in der Blogwelt (meint den kleinen Teil dieser Welt, den ich lese*) wird gerade – mal wieder – darüber nachgedacht, was die Schreiberei soll und wie sie soll und ob überhaupt. Gedanken, die ich kenne, auch ich hege sie wiederholt. Aus verschiedensten Gründen. Die Zeit, die dafür "draufgeht", ist einer davon. Dann die Zersplitterung, als solche empfinde ich zum Teil die Beschäftigung mit  den zahllosen Kleinstbruchstücken im Netz. Auch die Relevanzfrage stellt sich mir immer wieder, und sie ist zugleich die, gegen die ich alles und jede_n immer verteidigen möchte. Wer entscheidet, was relevant ist? Dagegen gibt es Erlaubnisse, vor allem solche, die wir uns selbst zu erteilen haben. Nicht zuletzt als eine Art des Widerstandes gegen die selbsternannten Relevanzapostel. (Wie schnell mich dieses Thema jedes mal aufs Neue in Rage zu bringen vermag. Nein, nicht jetzt.)

Momentan komme ich für mich zu dem Schluss, den ich in die drei obigen Zeilen komprimiert habe.

All jenen, die ihre Blogschreiberei momentan in Frage stellen, möchte ich sagen: 
Bitte macht weiter! 
(Und das nicht nur, weil ich mich so sehr an euch gewöhnt habe, dass ich keine_n Einzelne_n missen möchte.)


* zum Beispiel bei Sichten und Ordnen und bei der Mützenfalterin ; und außerdem vermisse ich Melusine, die sich zur Zeit so rar macht ...


Was Schreiben, auch und vor allem das im Blog für mich bedeutet, finde ich nach wie vor am besten bei Max Frisch wieder: Die Kommunikation mit dem Unaussprechlichen Das ist es, dafür lohnt es sich.

Kommentare:

  1. Gut, dass Du weitermachst. Mir stellt sich gerade die Frage: "Wie fange ich an". Ich bastel gerade an einem WordPress Theme und komme nur langsam voran, weil mich das streckenweise technisch überfordert. Und dann bekomme ich wieder Angst, überhaupt öffentlich zu werden. Aber die verfliegt schnell wieder. Ich will ja! Sch... auf die Relevanzapostel! Blog heißt "Lindenblütenkaffee" und ich hoffe, ich werde es bald proudly presenten können. Liebe Grüße aus Hamburg von FF

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    1. Ich hätte bitte gerne ganz bald eine ganz große Tasse Lindenblütenkaffee! :-) Du weißt ja, dass ich voller Ungeduld auf dein neues Blog warte. Du wirst das schon noch meistern mit dem technischen Kram. Und dann ... Ich freu mich!
      Der Aspekt des Öffentlichen - genau daran kann man so wunderbar wachsen, finde ich. Am Überwinden der eigenen Angst, am Ausloten dessen, was nach draußen darf/soll/muss und was besser drin bleibt und wer das zu entscheiden (und zu verantworten) hat, an der Auseinandersetzung mit den Kommentaren usw.
      Auf gehts, Frau Frog! Und hey, Frog reimt sich auf Blog, und hat nicht schon Pumuckl gesagt: "Was sich reimt, ist immer gut."

      Herzliche Grüße aus dem tiefen Süden in den hohen Norden!
      Iris

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  2. jaaa, sehr schön gesagt, und dieses zitat von frisch finde ich ebenfalls ganz wunderbar.
    und ja, weitermachen, weiterschreiben. weil es einen weiter bringt, so oder so.
    und nicht-schreiben ist sowieso keine option? :)
    liebe grüße von diana

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    1. Genau: Nicht-Schreiben ist sowieso keine Option.
      Und ja, es bringt einen weiter, auch in den Phasen des Zweifelns und des
      Scheiterns, da vielleicht vor allem.
      Liebe Grüße,
      Iris

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