Samstag, 1. November 2014

geheime Formel

Das war ein Sommer, den sie unter einem Strauß gebündelter Sonnen durchlebte. Sie maß die Zeit in nicht endenden Belichtungen warmer innerer Bilder. Kein einziger Gedanke an mögliche Notwendigkeiten, beispielsweise solche, die eine wie auch immer geartete Zukunft betrafen. Ein Begriff wie Zukunft bleibt ungefüllt, vollkommen abstrakt in Zeiträumen, die das Innere ungeheuer heller, ungeheuer weicher Kugeln bilden. Sie konnte nicht linear denken in diesem Sommer, der zwar einen Verlauf darstellte, aber weder irgendwoher zu kommen, noch irgendwohin zu führen schien. Das ist ewig, dachte sie und wusste um den Wahrheitsgehalt dieses Gedankens und zugleich um die Unmöglichkeit einer Beweisführung. Am Ende des Sommers trat sie aus der Kugel heraus und verleibte sie sich ein, mitsamt ihres ewigen Inhalts. Drinnen ist genauso viel Platz wie draußen, dachte sie, und zwar auf den Kubiknanometer genau. Und wusste auch hier um den Wahrheitsgehalt wie um die Unmöglichkeit eines Beweises. Was war, bleibt. Für immer. So lautet die Formel. Mag sein, dass sie top secret ist.

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