Donnerstag, 30. Oktober 2014

was dann?

wie du im Herbst auf einmal spürst, dass dich schon der Sommer etwas anging, der vergangene, der doch erst gestern noch ... nein? ... doch! noch gestern!, und wie du dann nicht glauben willst, dass es tatsächlich ein zu spät gibt, wie du dich bäuchlings auf den Boden wirfst, ins Gras, und hineinbeißt ins verglimmende Grün und bettelst und nicht fassen kannst, dass keiner dich hört, wie du dann haderst und dich auch das Weiterdrehen der Welt nicht tröstet und du nichts wissen willst von einem neuen Frühling, weil doch dieser eine Sommer, dieser unwiederbringliche, weil doch ausgerechnet der ... ja ... ach ... und wie du dann ... und wie du dann ... ja ... was dann?

Kommentare:

  1. Das habe ich gelesen, mich beinah gewälzt in diesen Gedanken.
    Und ja....was dann?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, nicht wahr? Was dann?
      Je älter ich werde, umso bewusster wird mir, dass ich am Ende nicht das bereuen werde, was ich getan habe, sondern das, was ich nicht getan habe. Man kennt ja diesen Satz, aber um in ihn in seiner ganzen Tragweite zu begreifen, muss man vielleicht ein gewisses Alter erreicht haben.

      Löschen
  2. Die Bilder dieses Sommers leben in dir weiter, und du gibst sie ja auch weiter. Aufs Schönste geschrieben. Wohl dem, der das kann und vor allem, auch tut!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sie leben in mir weiter, das stimmt. Aber es gibt auch ein paar verpasste Gelegenheiten oder Riesenumwege, deretwegen ich anderes verpasst habe ... Alles ergibt letztlich einen Sinn. Dennoch habe ich mir vorgenommen, das verbleibende Wegstück - von dem man ja nie weiß, wie lang es noch ist - mit offeneren Augen und mehr Handlungsmut zu gehen.

      Löschen
    2. Hauptsache man macht sich auf den Weg, das sage ich mir auch immer. Und manchmal vergesse ich es und lasse die Wehmut herein...

      Löschen
  3. ... wie eindrücklich, liebe iris!
    glücklicherweise bleibt ja immer etwas ... auch von "diesem" sommer.
    und dennoch steht sie natürlich immer wieder vor einem, diese frage (wobei man ja lieber zurückblicken möchte, festhalten möchte): was dann?
    ein wirklich guter text!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. (ps - vielleicht auch nicht nur zurückblicken, sondern auch zurückgehen möchte, aus dem gefühl heraus etwas versäumt zu haben, was (scheinbar) nicht nachholbar ist.)

      Löschen
    2. Danke, Diana! Ich versuche, nicht allzu viel Wehmut einkehren zu lassen, die bremst dann ja auch nur wieder unnötig aus. Ich sehe im Rückblick schon einige Versäumnisse (siehe auch meine Antwort an Eva), aber ich will meine Zeit nicht mit Hadern vergeuden, sondern für die Zukunft etwas draus lernen. Mehr Bewusstheit ...

      Löschen
    3. ... das hadern in positive energie umwandeln :)
      ja, so ists recht. es bringt ja auch nichts, dem vergangenen, dem (vielleicht) verpassten nachzuhängen. blicken wir nach vorn, mit vollem bewusstsein, neugierig. ja.

      Löschen