Mittwoch, 27. Januar 2016

Das Internet geht mir auf die Nerven (Momentaufnahme)

Dieses Denken in Extremen. Wie verführerisch das doch ist. Welche wunderbare Zugehörigkeit es verschafft. Als Alternative scheint es für viele nur den sogenannten „goldenen Mittelweg“ zu geben, den sie zurecht unattraktiv finden, weil er erstens einsam und unpopulär ist und zweitens in der Regel nichts anderes als einen faulen Kompromiss bedeutet. Augen zu, Ohren zu, Mund zu um des lieben „Friedens“ willen. 
Dabei gibt es weitere Möglichkeiten. Nur leider keine für Denkfaule, Mitläufer, Populisten und Feiglinge.
Da wäre zum einen die Möglichkeit der Differenzierung. Etwas, das den Extremen abgeht, immer, gleich welcher Couleur. Das genaue Hinsehen und exakte Benennen. Der Mut zum Fakt; der Verzicht auf ideologischen Rückhalt und auf das berauschende Gefühl, einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten anzugehören.
Da wäre zum anderen das Sowohl als auch. Was sich mit ersterem überschneidet.
Ich kann z.B. sowohl Mitglied bei Amnesty International sein (bin ich), die örtlichen Flüchtlinge freundlich willkommen heißen und unterstützen (tue ich), Kunden mit rechtsextremen Ansichten aus dem Laden werfen (habe ich getan), Leserbriefe gegen rechte Hetze schreiben (habe ich auch getan) als auch  ein links-feministisches Aktionsbündnis wie #ausnahmslos ablehnen. Warum, habe ich den beiden letzten Blogartikeln andeutungsweise dargelegt. 
Das Internet geht mir gerade auf die Nerven wie schon lange nicht mehr. Diese lauten Ränder! Trotzdem stürze ich mich ständig und fast schon suchtmäßig auf die neuesten Artikel und Kommentare, um meinen Unmut zu nähren. Das ist tut mir nicht gut.
Vielleicht klinke ich mich mal für eine Weile aus. Oder versuche, mich aus den Diskussionen im Netz herauszuhalten und stattdessen über andere Dinge zu schreiben ... Mal sehn, ob es mir gelingt.
Es geht um Freiheit. Immer. In jeder Hinsicht.

Kommentare:

  1. Ich kann dich so gut verstehen. Bei mir hat das dazu geführt, dass ich einen großen Teil der Nachrichtenseiten, ob nun von Medien oder zu irgendwelchen Spezialthemen, kaum noch oder gar nicht mehr aufrufe.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und genau das versuche ich jetzt auch.

      Löschen
  2. Hervorragende Ideen! In so manchen Blogs türmen sich die krassesten Lügengeschichten, auf Medienseiten erst recht, überall entstehen Zäune und Hässe, die es nicht geben würde, wären wir alle in Sachen Liebe unterwegs, ausnahmslos ALLE.

    AntwortenLöschen
  3. Weißt du worauf ich Lust hätte: „Stay in bed and grow your hair.“ :-)
    http://iris-bluetenblaetter.blogspot.de/2015/11/stay-in-bed-and-grow-your-hair-weiteres.html
    Aber das hilft ja auch nicht.

    AntwortenLöschen
  4. ja, das geht mir ähnlich, liebe iris.
    es ist zum teil schon erschreckend.
    auch was für gerüchte auf den verschiedenen social-media-dingens umgehen. und wie viele nehmen sie für wahr.
    endlich kann ich mal wieder kommentieren, yippie :)
    sei ganz herzlich gegrüßt
    von diana

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, die Gerüchte und wie alle darauf anspringen ... Das ist so ermüdend.

      Herzliche Grüße an dich.
      Iris

      Löschen
  5. Ermüdend trifft es genau. Energieraubend, die man konstruktiv woanders, auf andere Art einsetzen könnte, auch. Danke für den sehr zutreffenden Artikel.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Energieraubend, genau. Manchmal fühle ich mich regelrecht besetzt. Bei bestimmten Themen fällt es mir aber auch sehr schwer, mich emotional herauszuhalten und kühl und sachlich zu bleiben. Wenn manipuliert wird, wenn Menschen sich aus ideologischen Gründen zu Welterklärern aufspielen, dann reißt mir die Hutschnur. Da bleibt mir dann nur noch, auf solche zu verlinken, die darauf angemessener reagieren können, sachlich und differenziert.

      Löschen