Donnerstag, 9. Oktober 2014

ungefiltert

fast vergessen, aus dem Fenster zu sehen. überrascht von Licht und Farbe.
keine Lust auf Korrektheit. (trotz Rechtschreibfetisch).
eine der größten Freiheiten: selbst zu bestimmen, wovon ich mich inspirieren lasse.
(apropos lassen: Lassen Sie sich diesen Inspirationssatz so lange auf der Zunge zergehen, bis sich seine Ist-doch-klar-Hülle aufgelöst hat und der Aha-Kern freigelegt ist. Schmelz und Pricklel! Nein? Dann ist da noch ein Rest Hülle. Also Geduld!)

wovon rede ich da?

Ach! Eigentlich bin ich erschöpft. Von so alltäglichen Dingen wie Arbeit. Nicht der Arbeit an sich, die ich ja gern tue, hatte ich doch das Glück, mein Hobby zum Beruf machen zu können. Sondern von Ärger über den Chef, von massenhaften Überstunden. Erschöpft, niedergeschlagen (nicht vollends), kopf- und fantasieleer. Würde gerne schreiben, aber nichts erhebt sich aus der Müdigkeit. (Oh, das klingt schon wieder viel zu pathetisch für meinen Geschmack.)

Wie tagebuchig ich schon wieder bin. Wäre viel lieber fiktionalig lyrisch und prosaisch. Das alles (was so nichtig, so unverhältnismäßig gewichtig erscheint) wegschieben, rausschreiben, dann geht's vielleicht. Die unfruchtbare Schicht abtragen (nicht unterheben!), in der Hoffnung auf fruchtbaren Boden. Hm ...
(Ich hasse es zu jammern.)

Da liegt ein zusammengekauertes Gedichtchen tief am Grund, vielleicht auch ein Geschichtchen oder zwei. Embryonal verschlossen wie geborgen. In sich. Hoffe ich.

Ja. So. Heute erstmal frei. Zeit, ein Paket für die Tochter zu packen, dem Sohn ein paar Zeilen zu schreiben, zu waschen und zu bügeln, mit der Freundin zu telefonieren, auf dem Balkon in der Sonne zu sitzen, wahlweise mit Buch oder geschlossenen Augen, ein wenig zu bloggen (✓), durch die Gärten der anderen zu streifen, durchzuatmen ...

aus dem Fenster sehen. da ist noch ganz schön viel Grün

und raus damit. ungefiltert

Kommentare:

  1. "würde gerne schreiben" - was du hiermit getan hast!
    und zwar ungefiltert, rein - und bunt.
    und was für gedankliche perlen dahin enthalten sind,
    zb: "eine der größten Freiheiten: selbst zu bestimmen, wovon ich mich inspirieren lasse."
    oh ja, das ist in der tat eine große freiheit.
    was dich bewegt, bewegt somit den leser.

    ... und in der sonne sitzen? hier leider nicht möglich diese tage, die sonne hält sich erfolgreich hinter einer dicken wolkendecke verborgen. naja, vielleicht ist sie auch müde.
    oder muss woanders ihre energie spenden. oder dem regen mal den vortritt lassen ;)

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    1. Danke, liebe Diana!
      Den Gedanken hatte ich natürlich auch: Dass auch das Schreiben von Tagebucheinträgen Schreiben ist. Stimmt. Wahrscheinlich ist dagegen gar nichts zu sagen. Dann wäre es mehr mein eigenes Empfinden. Es stört mich, wenn in meiner Fantasie und in meinem Kopf kein Raum ist, wenn alles so zugestopft ist mit Alltagsproblematik und ich es nicht schaffe, von mir abzusehen. Damit meine ich nicht, mich von mir abzutrennen, sondern Bezug nehmen zu können auf etwas außer mir, in Verbindung zu treten, den Blick (meinen) nicht nur aufs naheliegend Alltägliche, sondern ins ferne Innen und Außen zu richten, Fragen als etwas Öffnendes zu gestalten, statt sie einschnürend um mich herum zu drapieren ... So in etwa. :-)

      In der Sonne zu sitzen war gestern tatsächlich bis zum frühen Nachmittag möglich, später saß man in aufkommender Bewölkung und gegen Abend, wenn man wollte (wollte ich aber nicht :-)), im Regen.

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    2. das kann ich bestens nachvollziehen, liebe iris!
      ich stelle bei mir selbst immer öfter fest, dass ich richtig unzufrieden werde, wenn mich der alltag so beschäftigt, dass mir kein (innerer und äußerer) raum zum schreiben bleibt.

      gerade blinzelt die sonne mir zu ;)

      hab einen schönen tag, mit momenten zum durchatmen :)

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    3. Auch dir einen schönen Tag!

      Und soeben ist es mir doch gelungen, ein wenig über meinen eigenen Tellerrand zu schauen. :-) (s. neuer Post)

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