Samstag, 28. Juni 2014

Neues Label: Gewebeproben

Dieser Raum ist viel größer als ich weiß. Was hält mich also?



Sprechen wir von: Blut.

Sprechen wir von: Wasser.



Sie stehen am Meeresrand, mit hängenden Flügeln. Ihre Füße schlagen blutige Wurzeln im sandigen Grund. Das Boot schaukelt weit draußen auf den Wellen, es ist leer.
Wieviel Zeit ist vergangen?

Als der Hunger sich legte, haben sie aufgehört, die Stunden zu zählen.

Nachdem er sie zehnmal geschlagen hatte, riss sie das Haus ein. Seitdem sind sie ohne Obdach. 
Finde den Fehler!

Irgendwas mit Ursache und Wirkung und garantiert hundertprozentig falscher Zuordnung.
An wen muss man nochmal den Brief mit dem Friedenswunsch adressieren?

Müde vom Stillstand und vom Tragen einer nutzlosen Last.
"Wir könnten die Flügel abwerfen und uns künftig zu Fuß fortbewegen."
Von der Möglichkeit, mit von langem Schweigen belegter Stimme ein Gespräch wieder aufzunehmen.

Zuviel ist geschehen.
Heißt immer auch: Zuwenig ist geschehen.
Vom Gewicht der Versäumnisse.

Muss denn wirklich ausnahmslos alles bis ans Ende der Welt getragen werden?
Ich mein ja nur.

Sie stehen. Erst bei genauerem Hinsehen wird man einer kleinen Bewegung gewahr. Jetzt bloß nicht zu auffällig die Luft anhalten!

Irgendwas mit Gezeiten.
Stimmt, da war doch was!
Irgendwas mit Hingabe an eine ursprüngliche Kraft.


(Irgendwas mit zu abrupter Wendung und Mahnung zu homöopathischer Hoffnungsdosierung. Aber das nur kleingedruckt und in Klammern.)


Kommentare:

  1. "Zuviel ist geschehen.
    Heißt immer auch: Zuwenig ist geschehen.
    Vom Gewicht der Versäumnisse."

    Darüber denke ich jetzt schon eine Weile nach, und es tun sich immer wieder neue Felder auf, wo das ganz genau zu passen scheint.
    Danke für den Anstoß.

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  2. ja, genau da: "zuviel ist geschehen ..." bin ich auch hängengeblieben.
    wunderbar!
    wie der gesamte text, der sich nicht so ganz einfach "runterlesen" lässt, weil er sehr viel enthält. danke!

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