Montag, 7. Januar 2013

Ich habe nachgedacht

... und bin noch nicht fertig damit, deshalb ist dieser Post als Zwischenergebnis zu betrachten wie eigentlich alles Bisherige und vermutlich alles Weitere. Aber das ist etwas, das ich üben wollte, weil ich es nicht als Schwäche, sondern als Stärke ansehe und das ich inzwischen besser kann: Unfertiges hinauslassen. 

Worüber habe ich nachgedacht? 
Mal wieder über meine Bloggerei und diesmal speziell über den Aspekt des Kommentiertwerdens.

Anlass war ein Kommentar von Eva zu meinem letzten Text im vergangenen Jahr Mit Herz und Hand und Mund
Darin machte sie einen Verbesserungsvorschlag, den ich dann mehr oder weniger abblockte mit dem Hinweis, ich sei mittlerweile vom Überarbeiten meiner bereits im Blog veröffentlichten Texte abgekommen. 
Wer möchte, kann den kleinen Austausch nachlesen. Wir führten ihn noch per E-Mail weiter, und Eva stellte mir die berechtigte Frage, warum ich dann überhaupt veröffentliche. Oder was sie als Kommentar schreiben sollte.
Darüber habe ich lange nachgedacht. 

Die Intention meines Bloggens hat sich tatsächlich seit Beginn verändert. 
Vom geschlossenen, nur wenigen Lesern zugänglichen Blog mit kleinen Lyrik- und Prosatexten, die ich anfangs tatsächlich mit dem Wunsch nach einer Art Lektorierung einstellte (dem auch von verschiedener Seite entsprochen wurde) über die Öffnung des Blogs hin zu einem Austausch mit anderen Bloggern und Bloggerinnen, hin zu schrittweiser persönlicher Öffnung, hin zu einem anderen Schreiben, das mehr von mir zeigt und in dem ich selbst mehr von mir finde.
Ich zeige mehr von mir und bin dadurch empfindlicher. Aber das ist es nur zum Teil. 
Ich nehme auch zunehmend ernst, was an Worten den Weg zu mir und/oder aus mir findet. Manchen Texten horche ich selbst noch eine ganze Weile nach und ahne, wenn ich eine Korrektur vornähme, würde ich mir etwas vorenthalten. Nicht alle Texte sind und entstehen so, aber viele.

Um auf Evas Frage zurückzukommen: Warum veröffentliche ich dann überhaupt?
Es ist zum einen eine Art Selbsterprobung. Z.B.: Wieviel Öffentlichkeit vertrage ich? 
Zum anderen - und das gewann für mich im vergangenen Jahr zunehmend an Bedeutung - möchte ich teilen. Mitteilen, Anteil nehmen, Teilen. Mit anderen, von denen jede und jeder selbst aussucht, was sie oder er mitteilen, woran sie/er Anteil nehmen möchte. 
Ich persönlich empfinde dieses Teilen, wie es im Netz möglich ist, als befruchtend, erleichternd, anregend, aufregend, wärmend ... 
Ich glaube, das ist tatsächlich der aktuelle Grund, warum ich überhaupt veröffentliche. Und warum ich andere Blogs lese.

Zu Evas zweiter Frage: Was soll sie als Kommentar schreiben?
Alles! 
Ja, ich nehme zurück, was ich erwidert habe. Denn ich will lieber doch alles zulassen und dann im Einzelnen darauf reagieren. Alles andere würde dem widersprechen, was ich oben geschildert habe: 
Ernst zu nehmen, was kommt (nicht nur aus mir, sondern auch als Reaktion darauf). 
Teilen zu wollen. 
Und es ist ja nicht so, dass ich von Kommentaren überschwemmt würde, schon gar nicht von unfreundlichen, im Gegenteil.

Soweit meine unabgeschlossenen Gedanken, die ich als guten Auftakt für ein weiteres Jahr Bloggen empfinde.

Kommentare:

  1. Das Unabgeschlossene, das Unfertige ... wie oft ziehe ich es einem perfekten Endergebnis vor. Bei Dir, bei anderen. Doch ich selbst fürchte es bei mir, nur: in meinen Augen wird meines ja doch nie fertig, zumindest nicht in der Perfektion, wie ich diese von mir will. Ergebnis: Überforderung und am Ende das Ende meines Blogs (Ohgoddogodd) So weit, so unfertig dieser Kommentar. Liebe Grüße von Marianne

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    1. Da möchte ich mich dem Kommentar der Mützenfalterin anschließen: Gerade der Prozess ist interessant!
      Klar folge ich einem Blog, weil mir die "Ergebnisse" (Posts) gefallen, der Stil, den ich darin zu finden glaube. Mit der Zeit gewöhne ich mich daran wie an einen gerne und immer wieder aufgesuchten Ort. Da hat das Bleibende, Verlässliche, hat die Wiederholung des Bekannten natürlich seinen Anteil dran. Wenn dann irgendwann winzige Veränderungen wie Aufbrüche, Richtungswechsel, Unsicherheiten ... zu spüren sind, schafft das aber keine Distanz (jedenfalls bei mir nicht), sondern Nähe und weckt das Interesse neu. Ich finde es unglaublich spannend, solche Entwicklungen zu beobachten. Manchmal auch schmerzlich, wenn spürbar ist, dass der/ die Betreffende sich damit quält, so wie es bei Dir seit längerem zu beobachten ist. Ich wünsche dir (und uns Lesern!) sehr, dass Du einen Weg findest, auf dem Du Dich frei fühlen kannst.
      Herzlich,
      Iris

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  2. Ach liebe Samtmut, dabei ist ja gerade der Prozess interessant, gerade ein Ergebnis, das Du vielleicht (und vielleicht tatsächlich nur Du) als unfertig empfindest. Andererseits kann ich das ein Stück weit nachvollziehen, dieser Hand (oder besser Zwang) nur das Perfekte, Abgeschlossene einzustellen, preiszugeben. Dabei ist es doch so, dass es die kleinen Mängel sind, die die Dinge liebenswert und schön machen, gerade nicht das Perfekte.
    Und Dir, Iris, danke ich sehr für diesen Gedankenauftakt, weil er vieles thematisiert, was auch mich beschäftigt; wie viel zeige ich, welche Kommentare möchte ich. Ganz einfach ist es bei "fremden" Dingen, wenn ich z.B. wie gerade aktuell über andere Menschen schreibe, über Künstler und Kunst, dann bin ich vollkommen offen für jeglichen Kommentar, eigentlich stelle ich solche Artikel nur ein, um mit anderen diskutieren zu können. Ganz anders ist es bei meinen eigenen Texten, da habe ich eine ähnlich ambivalente Haltung, wie Du sie eingangs beschrieben hast. Vielleicht sollte man sich als Bloggerin in solchen Fällen erlauben, sich Zeit zu lassen mit einer Antwort. So viel Zeit, wie man braucht. Und manchmal steht der Kommentar dann vielleicht auch einfach für sich, ohne Antwort.
    Ich hoffe, das waren jetzt nicht zu viele, zu persönliche Gedanken.
    Herzlich m.

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    1. Herzlichen Dank für dieses persönliche Statement!
      Ich finde auch, das es einen Unterschied macht, ob ein Text eine "Sache" behandelt oder eine persönliche Befindlichkeit. Bei letzterem lässt sich nicht unbedingt diskutieren, jedenfalls nicht inhaltlich, formal vielleicht schon. Abgesehen davon, dass es unzählige Abstufungen davon gibt, in welchem Maße ein Text persönlich ist bzw. was genau das Persönliche daran ist, die Geschichte selbst oder die Arbeit, die man reingesteckt hat, das Herzblut, die Formulierung, an der man hängt ...
      Aber ein Austausch kann stattfinden, und eigentlich tut er das sowieso, unabhängig von den Kommentarthreads. Es gibt von allen Seiten und in alle Richtungen Anstöße. Manches, was mich beschäftigt, finde ich woanders wieder. Manches, was ich woanders finde, beschäftigt mich und landet schließlich in meine Gedanken und Worte gekeleidet in meinem Blog. Ich mag das sehr, dieses miteinander und aneinander wachsen.
      Was Du über die Zeit schreibst, die man sich als Bloggerin mit Kommentarbeantwortungen lassen sollte/ darf, will ich gerne verinnerlichen. Da setze ich mich häufig unter Druck, alles und dann auch möglichst zeitnah beantworten zu wollen. Ich bilde mir ein, dass es mit Respekt zu tun hat (hat es auch), aber es hat auch mit falscher Erwartung zu tun.
      Ich hoffe, die Antwort war jetzt nicht zu lang. ;-)
      Liebe Grüße!
      Achja, und Deine Marina-Abramovic-Reihe gefällt mir sehr! Nach einer Woche ohne Internet habe ich mich sehr über Deine und Sherrys Artikel zu ihr gefreut.

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  3. Weshalb veröffentliche ich ? Ich möchte gelesen werden, also mich mitteilen. Und das so oft wie möglich. An dem Punkt, an dem ich etwas ins Netz stelle, ist es für mich weitgehend fertig, also ein Endergebnis, ohne daß es aber eine objektive Perfektion erreicht hätte. Das erleb ich gerade im Lektoratsprozess, bzw. werde es noch erleben. Aber auch das Lektorat ist in Teilen subjektiv. Meine mögliche Verlegerin will einen Text nicht aufnehmen, weil ihr ein Wort nicht gefällt und sie den damit von mir beschriebenen Sachverhalt anders sieht. Nun gut, es muß halt nicht unbedingt dieses Gedicht sein, aber ist gerade dieses Wort aus inhaltlichen und formalen Gründen notwendig, unverzichtbar.

    Da wären wir auch bei den Kommentaren, die bei mir weitgehend über FB laufen : ich möchte gern eine differenzierte, maßhaltende Zustimmung, klar. Ich mag keine Übertreibungen a la "ganz großer Lyriker", ich mag es nicht, wenn jemand ein Alternativgedicht unter mein eigenes kommentiert und damit meine Aussage ins Verträglichere uminterpretieren will. Ich hasse es, wenn ein Leser versucht, aus dem "lyrischen Ich" einen Fall für psychologische und Lebensberatung zu machen. Qualifizierte Kritik in der Art eines Lektorats kommt nicht, wäre aber denkbar, zumindest als Denkanstoß. Aber das finktioniert noch nicht einmal in einer dafür eingerichteten und sehr übersichtlichen Facebookgruppe. Ich will also gelesen werden. :)

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    1. (Dein Kommentar und meine Antwort auf die Mützenfalterin erschienen genau zeitgleich. :-))

      Gerade denke ich: Man kann auch nicht wissen, wonach man nicht fragt.
      Ich hatte schonmal bei einem Blogger das Bedürfnis, einen Umformulierungsvorschlag für ein Gedicht zu machen, wusste aber nicht, ob er sowas überhaupt möchte und habe ihn dann per Mail gefragt. Er fand meinen Vorschlag gut und hat ihn übernommen, war aber froh, dass ich gemailt hatte, denn als Kommentar hätte es ihm nicht gefallen.
      So verschieden sind wir!

      Bei Dir ist mir auch schon zwei- oder dreimal eine Kleinigkeit aufgefallen, nicht inhaltlich, sondern die Formulierung betreffend, aber ich habe mich bisher nicht getraut, das zu äußern, da ich nicht weiß, ob es Dir recht ist. Woher soll ich es auch wissen, ich hab Dich ja nicht gefragt. Das mache ich jetzt: Dürfte ich im gegebenen Fall und ganz respektvoll? Du schreibst ja, es wäre denkbar ...

      Ich war, als ich mit meinem Blog begann, bereits längere Zeit Mitglied in einem Autorenblog, in dem es geanu darum ging, gegenseitig Texte zu bearbeiten. Das nahm ich mit hierher, aber es hat sich zu etwas anderem entwickelt, entwickelt sich weiterhin, was ich gut finde. Trotzdem reizt mich die Textarbeit nach wie vor, ich finde sie nur schwierig in öffentlichem Rahmen, weil sie doch eine gewisse Sensibilität verlangt.

      Du schreibst: "... ich mag es nicht, wenn jemand ein Alternativgedicht unter mein eigenes kommentiert und damit meine Aussage ins Verträglichere uminterpretieren will. Ich hasse es, wenn ein Leser versucht, aus dem "lyrischen Ich" einen Fall für psychologische und Lebensberatung zu machen."
      Dito! Das geht mir genauso, ist mir allerdings auch noch nicht wirklich passiert. (Meine LeserInnen sind einfach toll. :-))

      Liebe Grüße!

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    2. So Du magst, darfst Du gern Verbesserungsvorschläge kommentieren - mit einer gewissen Behutsamkeit und ohne Erwartungen, daß ich sie umsetze. ;) LG

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    3. Gut, das werde ich gerne genau so tun. :-)

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  4. In unserer Art zu Bloggen und auch im Umgang mit anderen Bloggerinnen und Bloggern sind wir wohl so entgegengesetzt, wie man entgegengesetzter nicht sein kann. Ich selber mache weder Literatur noch Lyrik, ich bin unhöflich und schreibe es auch, wenn ich mit einem Text nicht einverstanden bin. In Diskussionen bin ich meist anderer Meinung. Ich mag Harmonie nicht besonders.

    Dennoch: auch ich sehe das Bloggen als eine Art Experimentierwiese, als ein Feld der Mit-Teilung, Teilhabe (im Französischen heißt das so schön mehrdeutig, genau wie es sein muß: partager), und wer auf diese Weise schreibt, begibt sich - zu einem Teil - ins Ungedeckte: sei das nun Prosa, Lyrik, der (philosophisch-ästhetisch konnotierte) Essay oder schlicht: der einfache Mitteilungstext. Da ist dann manches vorläufig, bleibt ein Text auf Abruf, möchte überarbeitet werden, irgendwann, (und Schreiberin oder Schreiber machen‘s dann doch nicht) oder wie es im Begriff des Essays steckt: es handelt sich um Versuche.

    Da ich zu faul bin und den Aufwand scheue, mir in Zeitschriften einen Schreibplatz zu suchen und das akademische Feld ein abgezirkelter Bereich ist, von dem ich mich bei Studienende 1997 mit Grausen abwandte, betreibe ich halt einen Blog, so war es zumindest meine Überlegung vor vier Jahren, als ich mit dem Bloggen begann, weil ich es schade finde, wenn Texte lediglich in der Schublade ihr Zwischenlager finden, bis sie dann nach dem eigenen Tod irgendwann gefunden und dem Altpapier oder dem Feuer übergeben werden. Die Zugriffszahlen sind in Ordnung, so daß es sich durchaus lohnt, es bedarf halt eines langen Atems und einer gewissen Disziplin, Texte zu schreiben. Das ist im Bereich der Theorie und der Kunstkritik nicht immer ganz einfach. Dabei tue ich selber mich zuweilen schwer, das Unfertige herauszustellen.

    Ist es nötig seine eigenen Texte zu überarbeiteten? Ich denke nicht: Denn der Blog (oder das Blog) ist eine beständige Umschrift einiger weniger Texte, die an sich (um ein wenig zu hegeln) bereits angelegt sind. Insofern bedürfen sie keiner Korrektur. Die Umschrift steckt in jenem unendlichen Text, der sich webt. (Wie es ja im Begriff „Text“ von der Bedeutung her auch enthalten ist.)

    Dir alles Gute beim Weiterschreiben.

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    1. Lieber Bersarin,
      häufig, das gebe ich hier und jetzt und gerne zu, sind Deine Texte mir zu intellektuell, sie setzen einfach einen Hintergrund voraus, den ich nicht habe. Trotzdem mag ich die Art, wie Du schreibst, vermutlich gerade weil es so anders ist, als mein eigener Ansatz. Ich mag gerade diese, kann man es Arroganz nennen? oder Selbstsicherheit, jedenfalls eben den Standpunkt, keine Rücksichten zu nehmen, sondern zu schreiben, was ist, diese "angelegten" Texte so zu schreiben, wie sie eben in Dir angelegt sind.
      Und gerade der letzte Absatz gefällt mir sehr, weil ich ihn durchaus im Sinne meiner eigenen Überzeugung des Prozesshaften interpretieren kann.

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    2. Dass wir, was das Bloggen betrifft, sehr entgegengesetzt sind, sehe ich auch, wobei ich es mir durchaus noch entgegengesetzter vorstellen könnte. Diese Gegensätzlichkeit stellt für mich einen der Reize in der weiten Landschaft des Bloggens dar.
      Um Harmonie geht es mir nicht, jedenfalls nicht im Sinne von Übereinstimmung und Eintracht. Streit um des Streitens willen interessiert mich aber auch nicht. Wirklich interessant finde ich Verschiedenheit und richtig Fremdes, als Anregung u.a. zur Diskussion, aber auch als Versuchsfeld für ein friedliches Mit- oder Nebeneinander, das ohne erzwungenen Konsens auskommt und auf Respekt gründet. Mich darin zu üben, finde ich lohnend und in keiner Weise langweilig oder "gutmenschig", sondern vielmehr äußerst spannend.

      Es ist beim Bloggen ja auch so, dass wir vorher keine Manusprikte verfassen, die wir dann einem Fremden überantworten mit der Hoffnung auf ein "Ja, das gehört veröffentlicht!", womit wir unser Werk abgesegnet sehen, sondern das müssen (dürfen!) wir alles selbst tun. Da braucht es vielleicht noch eine weitere Generation, bis dieses selbstbewusste, selbstverantwortliche Handeln verinnerlicht ist und wir nicht mehr, wen auch immer, um Erlaubnis fragen oder zumindest das diffuse Gefühl haben, irgendeiner Norm entsprechen zu müssen.

      Dein letzter Absatz trifft sehr gut, wie ich es empfinde, aber noch nicht gedacht hatte. Jener unendliche Text, der sich webt ... an dem wir mitweben ...

      Dir auch weiterhin viel Vergnügen auf der Experimentierwiese!

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  5. @Mützenfalterin: Lustig, diese Gleichzeitigkeit und Ähnlichkeit unserer Gedanken. :-)

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  6. Liebe Iris,

    ich habe deine Entwicklung nicht mitbekommen, denn ich lese dich erst seit einiger Zeit. Aber mir gefällt sehr, was du schreibst. Ich würde aber nie auf die Idee kommen, irgendetwas an deinen Texten verbessern zu wollen. Ich finde, wenn man unfertig mit etwas ist, dann ist das eben Status Quo; und dieses Unfertige kann für sich wundervoll sein, auch für uns Leser'innen. Ich lese dich sehr gerne, weil ich das Hadern zwischen deiner Öffnung spüre und dann den kleinen Mutsprung, der dich für mich zu einer starken Person macht.

    Außerdem sind deine Sätze schön ...

    Ich hoffe, ich werde dich noch weiterhin lesen, noch lange. Und ich hoffe, dass deine Gedanken meine weiterhin befruchten (und vielleicht ja auch umgekehrt).

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    1. Liebe Sherry, manchmal arbeite ich selbst noch an Texten, nachdem ich sie bereits gepostet hatte (z.B. auch an "Tier", dem nachfolgenden Post, da habe ich nachträglich in drei Zeilen etwas verändert). Dazu kommt es, wenn ich entweder zu ungeduldig war, sie im Entwurfordner zu lassen, bis ich wirklich ganz zufrieden und überzeugt bin, oder auch, weil mir manches erst ins Auge fällt, wenn der Text preisgegeben ist. Keine Ahnung, warum das so ist. Vielleicht hat es Ähnlichkeit mit dem Lautdenken, dem Phänomen, dass man manche eigenen Gedanken erst versteht, wenn man sie laut ausgesprochen hat.
      Von daher ist es also grundsätzlich schon so, dass ich bei manchen meiner Texte einen Überarbeitungsbedarf sehe und auch offen bin für Vorschläge, aber eben nicht bei allen. Aber ob der Unterschied für meine LeserInnen zu erkennen ist?
      Im Großen und Ganzen sehe ich es so, dass alles sowieso nur unfertig und Bruchstück sein kann, etwa im Sinne vom letzten Absatz in Bersarins Kommentar, und jedes aus Perfektionswunsch zurückgehaltene Stück würde fehlen.

      Es freut mich, dass Dir meine Sätze gefallen und Du mich gerne liest. Und es geht mir umgekehrt genauso! Gerade hat mich Dein so persönlicher Artikel zum Marina-Abramovic-Film sehr angesprochen. Leider habe ich den Film immer noch nicht gesehen, möchte es aber unbedingt und dann vielleicht auch noch meinen Eindruck dazu schreiben.

      Liebe Grüße,
      Iris

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  7. Wunderbar, dass ich nun wieder freie Bahn habe. Und ich danke Dir für Deine Gedanken übers Bloggen. Ich kann alles sehr gut nachvollziehen und sehe vieles auch so.

    Darf ich, in kurz, hier sagen, was mich am Bloggen reizt? Also: Ich schreibe seit 2008 im Netz und bis auf einen Blog waren es immer öffentlich zugängliche. Meine Motivation war und ist, dass ich nicht nur ein privater, sondern auch öffentlicher Mensch sein möchte. Nur so habe ich die Chance, zu mir selbst zu finden, ganzheitlich zu leben. Auch Twitter zählt zu dieser ganzheitlichen Bühne. Ich lechze nach Kommentaren, weil sie es mir ermöglichen, mich durch die Augen anderer zu sehen. Ich trete sozusagen aus mir heraus und sehe mich vom anderen Ufer. Wenn es mir nicht gefällt, was kommentiert wird, muss ich lernen, damit umzugehen. Denn wenn ich ungerechtfertigte Kritik nicht ertrage, brauche ich auch nicht davon zu träumen, eines Tages eine Kritik meines Buches in der Presse zu lesen. Somit ist jeder Blog, vor allem meiner, eine Trockenübung für Öffentlichkeit.

    ALLERDINGS habe ich in der Vergangenheit Dinge in Blogs eingestellt, die ich besser unter Verschluss gehalten hätte, die ich nun nicht mehr löschen kann, und das bereue ich bitterlich.
    Mein eigener Blog ist zwischenzeitlich verstaubt und sollte auch eine Frischekur erhalten. Ich sollte mir bei Dir ein Beispiel nehmen. Vielleicht käme ich dann aus meinem kreativen Tal heraus.
    P.S. Ich habe die anderen Kommentare alle nicht gelesen, bitte verzeiht. Es liegt an meinem verstaubten Zustand.
    Liebe Grüße von Eva Noch ein P.S. Ich sage immer DER Blog, weiß nicht warum.

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    1. Ja, die freie Bahn hast Du :-) und es freut mich sehr, was Du hier schreibst, Deine Offenheit.

      Dieses sich durch die Augen anderer zu sehen, das konnte und wollte ich über einen langen Zeitraum nicht, weil ich - wie Du ja weißt - über einen ebenfalls langen Zeitraum, der aber auch schon sehr lange zurückliegt, mich ausschließlich darüber definiert hatte, wie andere mich sehen und bewerten und mir nur erlaubt habe, was sie mir erlaubten. Von daher brauchte ich für eine ganze Weile erstmal das genaue Gegenteil und bin auch heute noch vorsichtig und äußerst empfindlich gegen geringste Zeichen von Manipulation. Aber paranoid bin ich nicht (mehr), und mein Blog war und ist mir da, wie oben schon gesagt, ein gutes Lern- und Übungsfeld.

      Ich fände es ganz wundervoll, wenn Du wieder bloggen würdest! Vielleicht mit einem neuen Outfit anfangen (für Dein Blog, meine ich! ;-)) und dann einfach mal ein kleines Textchen ...

      DAS Blog oder DER Blog - laut Duden geht beides, ich vermute, auf Dauer wird sich DER Blog durchsetzen, es sei denn, es setzt sich vorher die Fähigkeit in der Gesellschaft durch, Verschiedenes parallel gelten lassen zu können.

      Liebe Grüße,
      Iris

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