Montag, 30. September 2013

Was nicht hinaus muss - oder doch?

Was vorbeigegangen ist und ein Stück von sich zurückgelassen hat. (Wurde dabei Blut vergossen?)

Was nicht hinaus muss, sich aber dennoch hinaus begibt, um zu spüren, ob es wirklich ist. Ob es auch draußen Bestand hat und sich nicht auflöst, erst in eine dünnhäutige Kugel Illusion, dann in Luft.
Und wenn es Bestand hat, ob es dann erkannt wird als das was es ist: eine Kugel aus purem Gold. Oder ob es seinen Glanz verliert und seinen Wert in einem umgekehrten alchemistischen Prozess.
Und wenn es sich auflöst, ob dann alles, was bisher war, was drinnen war, sich rückwärtig ebenfalls auflöst, in Luft, von der sich noch nicht einmal sagen lässt, ob sie atembar ist.

Was nicht hinaus muss, sich aber hinaus begibt, weil es auf der Suche ist nach etwas, das drinnen nicht existiert: ein sich darbietender Punkt, der winzig sein kann, aber an den sich anknüpfen lässt. Und weil diese Stelle der Berührung, der An- und Verknüpfung lebendiger pulsiert als alles Einsame, sei es noch so erhaben.

Wie es sich wieder zurückzieht, dabei das Mögliche im Auge behält.

Vor dem Fenster der Weg, beschritten vom Wechsel des Lichts und der Jahreszeiten, darunter der Herzschlag der Welt, ein warmes Pochen an ihren Fußsohlen, das trotz ihres hastigen Rückzugs haften bleibt. 
Die Tür mit ihren zwei Seiten, an deren einer die Welt lehnt, eine unverbindliche Einladung in der Hand.

Sie, mit ihrer unvollständigen Sammlung von Abschieden, losen Fäden und Brüchen, der wiederkehrenden Melancholie, die eine gut Freundin ist, der Sehnsucht nach dem Meer und der Vorratspackung Paracetamol, all diesem ganz und gar schönwortig Banalen.

Was nicht hinaus muss - oder doch? - und sich zögernd hinaus begibt, einem eigenen Pulsschlag folgend.

Kommentare:

  1. Was hat es mit dieser Vorratspackung Schmerzmittel auf sich? Darf ich das fragen?

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    1. Ja, darfst Du: "Sie" hat vor Jahren endlich ihre Migräne in den Griff bekommen, dank Paracetamol und dessen Einnahme zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Dosierung. Seitdem wurden die Anfälle kontinuierlich schwächer und seltener. Aber wenn "ihr" das Paracetamol einmal ausgeht, kann allein das eine Panik und einen Migräneanfall auslösen. Deshalb achtet "sie" immer auf einen kleinen Vorrat.
      (Und während ich Deine Frage beantworte, wird mir bewusst, dass sich diese Bevorratung auch anders deuten ließe, dass eine andere Absicht dahinterstehen könnte. Nein, keine Sorge. :-))

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    2. Danke für die Erklärung über etwas, was "ihr" so seltsam fremd ist...und hoffentlich bleibt...und Melancholie kann auch `ne heftige Sturmfreundin werden...

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