Donnerstag, 24. März 2011

Verschweigungen

Auf Zimtschultern trägt sie
ein Lächeln durch den Tag
vernäht die Zeit
mit Zuckerfäden
streut Himbeersonnenröte
unter jeden Schritt


dann taucht sie ihre Hände
in ein Lied und lauscht
den Grautönen der Nacht
spricht mit dem Wind
der webt ein Kleid für sie
aus Schatten


sie silbert durch die Welt
haucht Lungenschrift
auf Salzpapier
und hinterlässt dem Mond
ins Meer gemeißelte
Verschweigungen

Kommentare:

  1. <3 (Zimtschultern - silbern .. ich liebe solche wundervollen Neologismen)

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  2. Sie trägt die Last des Lächelns und der Süße und niemand kennt sie. Ob es die Wahrheit ist? Verschweigungen ist mein Lieblingswort.

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  3. Hmh. Erfrischend, solche surrealen Neologismen! Nach fünf Vivilpastillen lässt aber der Erfrischungseffekt deutlich nach, und schlägt bei weiterem Verzehr um in Überdruss.
    Hinter der Anhäufung bizarrer Arrangements suche ich nach einer Botschaft.
    Entschmunzelt, Ginko.

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  4. @fraube: Dankeschön! :-)

    @Eva Tanner: Du hast es erkannt. :-)

    @Ginko: Da bringe ich nach langer Zeit endlich wieder etwas zu Papier, das mir wirklich gefällt, und dann kommst Du ... ;-)
    So viele Neologismen sind's doch gar nicht, jedenfalls nicht mehr als fünf. Der Rest sind Bilder (oder surreale Arrangements, wie Du es nennst.)
    Was stört Dich mehr, die Häufung der Bilder, oder dass Du keine Botschaft dahinter findest? (Letzteres fände ich persönlich nicht schlimm.)
    Für eine Differenzierung wäre ich Dir dankbar und auch für einen Hinweis, ob ich Dein Entschmunzeltsein unter subjektiver Geschmacksfrage oder objektiver Kritik einordnen soll.

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  5. Sehr wohl erfreut mich das Spielen mit der Sprache; Botschaft hin, Botschaft her.
    Von Harsdörffers Fünffach-Denckring über Scrabble, Pastior und Fühmann (Hey @ Eva: Berlin im Mai!) lasse ich mich gerne gleiten und geleiten zu einem Potpourri, wofür Blütenblätter als erstes in Frage kommen. Nichts anderes bietes Du an, liebe Iris. Naschwerk, wie zufällig ausgeschüttet. Weil ich von Dir schon große Arbeiten erlebt habe ( "In den Fluss", "Komm her", "Unter diesem Wort"), weiß ich, dass Du auch mit Deinem "Verschweigungen"-Darling (den Du nicht killen solltest) Größeres zuwege brächtest. Wenn schon keine Botschaft, die kaum eine neue sein könnte, dann doch eine Form, die den Spielwörtern als Gefäß dient. Ich denke dabei an durchgängige Rhythmus-Strukuren, Reime, oder (warum auch nicht?) eine winzige Erzählung.
    Nochmal: Mir sagen Deine Schöpfungen zu. So wie Du sie anbietest, empfinde ich sie nur einfach ausgeschüttet.
    Womöglich als Perlen vor die Sau, Ginko.

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  6. Lieber Ginko,
    sieht so aus, als müsste ich mal wieder eine Baustelle eröffnen.
    (Ich schreib Dir noch eine Mail.)
    Frühlingsgruß, Iris

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