Freitag, 25. Juni 2010

Tief in den Sommer hinein

Tief in den Sommer hinein
Tobten wir, waren Kinder
Streiften die starken Halme im Flug
Tauchten ein in das schwappende Weiß
Der frisch gemolkenen Milch
Plätscherten durch den Bach
Unsere übermütigen Füße flogen
Mit den Forellen um die Wette
Silberflimmer
Ha!
Wer sollte wer konnte uns aufhalten
In unserem Schwung
Jung wie wir waren
Und unerfahren in Leid
Schorf an den Knien
Und Erde unter den Nägeln
Warfen wir uns hoch in die flirrende Luft
Tanzten mit roten Luftballons
Und platzten vor Freude
Die wir nicht zerdachten
Tief in den Sommer hinein
Tobten wir, waren Kinder
Nahmen uns die ganze Welt
Das ganze Glück
Bargen einen Schatz
Für das Geschichtenfeuer am Abend

Kommentare:

  1. "Die Freude, die wir nicht zerdachten", hast Du treffend ausgedrückt, liebe Iris!
    Doch wir plätscherten nicht (außer beim Pinkeln), sondern wir plantschten.

    Enkelumplappert, Ginko.

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  2. Guten Morgen, Ginko!
    Ich hab mit "plätscherten" einfach das Verb übernommen, das eigentlich zum Bach gehören würde. Geht das wirklich nicht? So im Einssein mit dem Bach.
    LG Iris

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  3. Da fühlt man sich gleich in die Kindheit zurückgetragen. Sehr schön!

    Übrigens habe ich jetzt eine Auswahl meiner Gedichte in meinen Blog eingestellt, wie versprochen. Hat allerdings etwas lange gedauert. Sorry!

    Numungo

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  4. Oh ja, das weckt Bilder in meinem Kopf. Auch wenn es nicht immer so frei und schön, sondern oft eng und traurig war. Schließe mich Ginko an, was das Plätschern betrifft und auch sein Lob bzgl. "..die wir nicht zerdachten".
    Ohne Kinder- und Enkelplappern, Lillilu/Birkenbaer

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