Donnerstag, 26. Dezember 2013

Liebster (eine gestammelte Erklärung)

Lieber, Liebster -
in Superlativen gedachter Mondwiesenmann, du -
du -
kennst du der Sterne Zahl? -
dann kennst du das Maß meines Verlangens -

- Wäre nicht all dies schon einmal -
damals am Fluss auf der Wiese unterm Mond -
ähnlich -

Ach, dieses alte vertraute Blau,
in das ich dich tunken will -
immerzu -
und das erinnerte Grün,
auf dem ich dich lieben will -
bis zur Atemlosigkeit, die -
nicht die deine wäre, nicht wahr?

Wie es war und -
wie es sich in mir verinnert -
das ist ein Mangel, kein Vermögen!

Mein lieber, geliebtester Mondwiesenmann -
mein in ein altes Bild Geträumter - du -
du -
verzeih, dass ich dich kaum je ohne diesen Rahmen,
nicht ohne diese Leinwand denken kann -

Lieber, Liebster -
du -

Und weißt du - glaub mir! -
in Wirklichkeit will ich dich -
nackt -
auf weißem Leinen -
vor schemenhaftem Horizont und unter -
einem Himmel, der sich meinen Augen -
erstmals zeigt -
ein neues Sternbild, einen neuen Mond gebiert -
auf einer Wiese in noch jungem Grün -
ein andres blaueres Blau -
vielleicht auch -
eine unbekannte Farbe, ja!

Nein, das ist -
weder romantisch,
ist nicht alt noch neu,
das ist -
ist einfach - ist - wie es nur ist - nur so -

Ja, stell die Frage, die ich mir -
verboten hab -
- Wird er mein Stammeln verzeihn? -
die Antwort muss ich Dir verweigern,
doch nicht den Kuss,
das Siegel 
-

Kommentare:

  1. Ich mag das. Von weitem, als Unbekannte, Uneingeweihte, kommt es mir vor, als würde es Sie instandsetzen, dieses Stammeln - mehr, als ein konturierteres Schreiben es könnte.

    Alles Gute, liebe Iris, für das neue Jahr!

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    1. Liebe Phyllis, da ist wirklich was dran. Und eigentlich empfinde ich mein gesamtes Schreiben, vor allem das Öffentliche, die Entwicklung, das Wachsen daran, die vielen kleinen Tapferkeits- und Selbsterlaubnisschritte (auch unfertig und vorläufig und holperig und sprachlos sein zu dürfen) als einen einzigen Instandsetzungsprozess.
      Es tut mir richtig gut, dass Sie das ausgesprochen und mir damit vor Augen gehalten haben. Danke!

      Auch Ihnen von Herzen alles Gute für 2014!

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  2. Wo bleiben sie, die warmen Farben?

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    1. Interessante Frage, die ich nicht beantworten, mir nur selber stellen kann.

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  3. :)! zu diesem Prosagedicht. Mir gefällt das sich aus sich selbst schöpfende Lieben darin. Das ist menschlich. Die (mir) sich zierende Passage im vorletzten Abschnitt eingeschlossen, da, wo das lyrische Ich des Gedichtes von der eigenen Courage Abstand nimmt. Die mir poetischste Stelle: "... mein in ein altes Bild Geträumter ..."

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    1. Ihr Kommentar freut mich! Er söhnt mich sogar mit dem vorletzten Abschnitt aus (durch Ihre Interpretation, die stimmt, was ich aber beim Schreiben noch nicht wusste); der gefiel mir nämlich nicht so recht, aber ich konnte ihn weder umformulieren noch weglassen.

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